Bad Sodener Köpfe
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Uli Löwer, Bretter, die Altenhainer Spaß bedeuten Uli Löwer
Bretter, die Altenhainer Spaß bedeuten
“Als wir erfahren haben, dass “Schneewittchen muss sterben” hier gedreht wird, haben wir uns um Komparsenrollen bemüht und es hat tatsächlich funktioniert. In zwei Szenen spielen wir mit, aber man muss schon auf Standbild schalten, um uns zu erkennen, so kurz sind wir nur im Bild. Ganz ursprünglich entstammt die Altenhainer Theatergruppe dem örtlichen Fußballverein. 2009 wurden wir dann zum eingetragenen Verein, aber es gibt uns schon seit über 25 Jahren. Derzeit haben wir fünfzehn Mitglieder und stehen an sechs Theaterabenden im Grünen Baum Ende Oktober und Anfang November auf der Bühne. Auf diese sechs Aufführungen bereiten wir uns ab dem Frühjahr eines Jahres akribisch vor. Wir sind zwar nur Hobbyschauspieler aber mit voller Begeisterung bei der Sache! Wir treffen jedes Jahr die Auswahl aus fast fünfzig Stücken, von denen wir dann drei gemeinsam besprechen und eines dann auswählen. Letztes Jahr war das Stück sehr hessisch eingefärbt. Es ging um zwei Metzger, die eigentlich befreundet sind, aber in einen Wettstreit um die beste Fleischwurst treten.”
Ulrich “Uli” Löwer ist gelernter Bankkaufmann und arbeitet als Testamentsvollstrecker und Stiftungsmanager bei der Commerzbank in Frankfurt. Er ist Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Altenhainer Theatervereins und, als gebürtiger Frankfurter, mit einer “echten” Altenhainerin verheiratet und dort wohnend. Auf www.theater-altenhain.de sollte man sich frühzeitig um Tickets für die nächste Spielsaison bemühen, da die Aufführungen erfahrungsgemäß sehr schnell ausverkauft sind.
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Bernd Moos-Achenbach, Lässt radeln und genießen Bernd Moos-Achenbach
Lässt radeln und genießen
„Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Radrennen “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” am Vorabend des 1. Mai 2015 absagen mussten?“ „In einem solchen Moment funktioniert man erstmal. Zum Landeskriminalamt nach Wiesbaden wird man nicht alle Tage gerufen. Als das so kurz vor Start des Rennens geschah, habe ich mich mit sehr gemischten Gefühlen ins Auto gesetzt. Mein Team und ich arbeiten ein Jahr auf diese Veranstaltung hin, aber man will natürlich niemanden in Gefahr bringen. Daher war nach der Schilderung der Gefahrenlage durch das LKA klar, dass wir das Rennen gemeinsam absagen werden. Danach habe ich die Situation meinem Team, den Mannschaften und Sponsoren erklärt und es war trotz der Enttäuschung vor allem eins zu sehen: Das alle hinter mir und der Veranstaltung stehen. Es war das erste Mal, dass ich in einer Mannschaftsleitersitzung Applaus bekommen habe und Zusagen von allen für das nächste Jahr. Es wäre das 54. Rennen gewesen, das 14. seit ich die Organisation übernommen habe. Mein Vater hat die Veranstaltung mit seinem Bruder und dem damaligen Direktor von Henninger Bräu ins Leben gerufen. Aber am 1. Mai 2016 geht es wieder los!“
Küchenmeister Bernd Moos-Achenbach leitet gemeinsam mit seiner Frau Petra und den zwei ältesten seiner drei Töchter die Achenbach Delikatessen Manufaktur. Er lebt seit dreiundzwanzig Jahren in Bad Soden, wo das Familienunternehmen ein Werk hat. Die Firma produziert “Ideen voller Geschmack” und beliefert Hotellerie, Gastronomie und Travel-Catering weltweit.
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Eva Müller, Wunder gibt es immer wieder Eva Müller
Wunder gibt es immer wieder
“Ich bin in Nordhessen auf dem Land groß geworden. Mit gerade mal zehn Jahren, war ich schon bei Geburten zugegen – bei Kühen und Schweinen! Als ich mit sechzehn bei meiner ersten Menschengeburt dabei war, war meine Berufswahl endgültig besiegelt. Ich selbst war eine Frühgeburt mit gerade mal eintausendneunhundert Gramm in der dreiunddreißigsten Woche. Als Kind glaubte ich, ich hätte am Anfang meines Lebens in einem BROTkasten gelegen. Da ich ja zunehmen sollte, schien mir das recht logisch. Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich das Privileg habe, Paare in dieser besonderen Situation zu unterstützen. Ich habe in den letzten zwanzig Jahren über eintausend Geburten begleitet aber es fasziniert mich immer wieder, wie so ein komplettes Menschlein geboren wird. Wenn man so lange dabei ist wie ich, hat man manchmal die Situation, dass plötzlich ein gestandener Abiturient vor mir steht und mich siezt. Dabei habe ich ihn auf die Welt gehoben!”
Eva Müller ist direkt nach ihrer Ausbildung an der Hebammenschule 1996 in Gießen nach Bad Soden gekommen. Fünfhundert Geburten weiter, wollte sie das Abenteuer am eigenen Leib spüren und brachte selbst ein Kind zur Welt, dem später noch ein zweites folgte. Die kleinen Beinchen entstammen übrigens der sieben Wochen alten Jette, deren Mutter, Sarah Mertins, ebenfalls mit zweiundzwanzig großartigen Kolleginnen als Hebamme in Bad Soden tätig ist.
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Karl-Fred Siegmund, Baut sich seine Welt Karl-Fred Siegmund
Baut sich seine Welt
“Ursprünglich komme ich aus Bad Münder am Deister und habe dann in Hannover Architektur studiert. Aber schon meine erste Stelle führte mich 1972 nach Frankurt, wo ich beim Bau einer großen Messehalle einspringen musste – jung und unerfahren wie man es eben als Berufsanfänger ist. Aber am Ende hat alles geklappt. Später habe ich für Philipp Holzmann viel in Saudi Arabien gearbeitet. Es ging es um Projekte mit tausend Wohnungen in Dhahran und Riyadh, die zu Militärkrankenhäusern gehörten. Mir oblag es, ein in Gold gefasstes Buch mit unserem Angebot dem damaligen Verteidigungsminister zu überreichen. Allerdings war der Geruch der omnipräsenten Räucherstäbchen und des Tees so stark, das ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Aber wir haben den Auftrag bekommen. Der junge Verteidigungsminister wurde übrigens später König Abdullah ibn Abd al-Aziz von Saudi Arabien.”
Karl-Fred “Carlo” Siegmund hat sich 1978 mit einem Architekturbüro in Bad Soden selbständig gemacht und nicht nur im Ausland, sondern auch in unserer Stadt eine Vielzahl von Bauten geplant, saniert oder gebaut. Dazu gehören unter anderem fünf Fachwerkhäuser, der Büro-Glaspalast am Anfang der Stadt, die evangelische Kirche, die Theodor-Heuss-Schule und die Leopold-Passage, die hier als Modell zu sehen ist.
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Christin Lang, Plötzlich Prinzessin Christin Lang
Plötzlich Prinzessin
“Seit sechs Jahren bin ich in der Sodener Karneval Gesellschaft und habe als Gardetänzerin und Hofdame in den vergangenen Jahren schon einige Faschingsprinzessinen begleitet. Dieses Jahr darf ich unseren Verein repräsentieren. Was ist das Schönste an dem Amt? Das Kleid und die Krone! Welches Mädchen träumt nicht davon. Da Aschermittwoch in dieser Saison auf den 10. Februar fällt, haben wir in knapp vier Wochen rund hundert Auftritte zu absolvieren. Das wird sicherlich anstrengend aber mit etwas Disziplin ist das zu machen. Sehr praktisch ist übrigens, dass mein Freund gleichzeitig Friseurmeister ist und so kann ich mich morgens im Schlafsanzug an den Frühstückstisch setzen und bekomme gleichzeitig die Haare frisiert.”
Christin Lang ist in Altenhain groß geworden und arbeitet am Flughafen bei einer Speditionsfirma. Wir hoffen, eventuelle Anwärter nicht zu stark zu enttäuschen, wenn wir preisgeben, dass Christin ihren Märchenprinzen bereits gefunden hat. Der hat ihr auch gleich das goldene Prinzessinnenzepter angefertigt.
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Dr. Lothar Schrod, Nur mit Helm Dr. Lothar Schrod
Nur mit Helm
“Mein Onkel war Oberwachtmeister hier in Bad Soden, als es noch eine Polizeistation in der Villa am alten Kurpark gab. Der kannte seine Spitzbuben noch persönlich, wenn irgendetwas vorgefallen war. Auch heute ist Bad Soden noch sehr kinderfreundlich. Wo wir wohnen, gibt es viele Kinder, bei schönem Wetter fühlt man sich fast in einer Ferienkolonie. Schule, Sportplatz, Schwimmbad und Eisdiele sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Skateboard gut zu erreichen. Natürlich gibt es auch mal Unfälle. Ein Armbruch tut zwar weh, heilt aber meist folgenlos, während das bei Hirnverletzungen selten der Fall ist. Die Helmpflicht für Kinder beim Radfahren hat viele Leben gerettet. Wer einen klugen Kopf hat, schützt ihn besser beim Skateboardfahren mit einem Helm – auch wenn es vielleicht nicht so cool aussieht."
Dr. Lothar Schrod ist Chefarzt der Kinderklinik in Frankfurt-Höchst. Eigentlich wollte er Filmregisseur werden, aber das fand sein Vater nicht so prickelnd. Er hat drei eigene und drei “Beutekinder” mit seiner Frau und scheint somit nicht nur medizinisch sondern auch privat bestens für seinen Beruf qualifiziert. Vielleicht fängt er ja wirklich wieder mit dem Skateboarden an – dann aber nur mit Helm!
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Brigitte Kramer, Im Auge des Sturms Brigitte Kramer
Im Auge des Sturms
“Als wir von Zürich nach Bad Soden zogen, wollte ich mich journalistisch betätigen und fing an, mich mit der Stadt zu beschäftigen. Also habe ich die Geschichte unserer Stadt gelesen und bin mit dem Fotoapparat durch die Straßen gezogen. Ich ging und gehe auch heute noch zu jeder Ausschusssitzung und jeder Stadtverordnetenversammlung und habe dadurch über die Jahre sehr vertrauliche Kontakte knüpfen können. Seit fast zwanzig Jahren verantworte ich die Bad Sodener Lokalberichterstattung für das Höchster Kreisblatt und es macht mir einfach Spaß durch die Stadt zu laufen und mit den Menschen zu reden. Mich interessiert hier einfach alles, ob es die Uhus im Hundertwasserhaus oder große, umstrittene Bauvorhaben sind. Als freie Journalistin kann man Themen mit vorgeben, was ich sehr reizvoll finde. Kürzlich musste ich mir anhören: “Sie sind die grässlichste Frau in der ganzen Stadt. Ich mag sie ja als Mensch, aber ihre Artikel sind eine Katastrophe!” Da weiß ich dann, dass ich etwas richtig mache.”
Brigitte Kramer ist in Dresden geboren, hat in Stuttgart geheiratet, in Rio de Janeiro ihre Kinder auf die Welt gebracht und ist über La Paz, London und Zürich schließlich 1993 in Bad Soden gelandet. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, studierte sie an der Journalistenschule in St. Gallen. Sie arbeitet als freie Journalistin und kennt sich in Bad Soden ziemlich gut aus.
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Andreas Schmunk und Jonas Kaden, Tapfere Schneider Andreas Schmunk und Jonas Kaden
Tapfere Schneider
“Wir waren gerade im Abijahr als wir unser Unternehmen gegründet haben. Da wir erst siebzehn Jahre alt waren, musste sogar Andreas Mutter im Impressum stehen, was sie freundlicherweise auch gemacht hat. Unsere Fliegen werden aus Vintage-Stoffen in Handarbeit hergestellt. Produziert wird aktuell in Deutschland, genauer in Bad Soden und noch genauer im Wohnzimmer von Andreas Eltern. Wir suchen regelmäßig auf Märkten passende Stoffe, wie zum Beispiel alte Hemden, die wir waschen, zuschneiden und zu einer Fliege nähen. Somit ist jede Fliege bei uns ein Unikat. Vor kurzem waren wir im ARD-Buffet Mittagsmagazin zu sehen, was sehr spannend war. Der Auftritt wurde sogar im Teaser vor der Tagesschau eingespielt. Leider hat sich unsere Fernsehpräsenz jetzt noch nicht unmittelbar auf den Umsatz ausgewirkt, wir müssen da einfach noch mehr Werbung machen. Wir verkaufen über unseren Online Shop aber wir suchen auch aktuell Boutiquen, die unsere Fliegen führen möchten.” “Ist die Fliege ein Flirtvorteil?” “Natürlich! Man kommt einfach leichter ins Gespräch!”
Andreas Schmunk und Jonas Kaden kennen sich sprichwörtlich ihr ganzes Leben, da sie im Bad Sodener Krankenhaus am gleichen Tag geboren wurden und gemeinsam groß geworden sind. Andreas studiert Medienwissenschaften in Marburg, Jonas Kunst und Biologie auf Lehramt in Frankfurt. Unter www.zaharee.de kann man unsere Bad Sodener Jungunternehmer nicht nur unterstützen, sondern sich auch ein sehr modisches Accessoire zulegen.
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Conny Preis, Batman in die Küch’ Conny Preis
Batman in die Küch’
“Als mein Vater 2001 mit gerade mal achtundsechzig Jahren starb, fingen wir an, die Scheuer aufzuräumen. Er hatte sie damals aufgebaut. Und jedesmal wenn wir für uns selbst etwas zu essen gemacht haben, kamen Leute weil sie dachten, das hier sei eine Wirtschaft. Dabei hatte mein Vater sie nie gastronomisch genutzt. Also haben wir uns dann 2003 entschlossen, die Scheuer als Jausenstation zu eröffnen. Eine der schönsten Veranstaltungen ist der Gottesdienst unter freiem Himmel am Vatertag an der Scheuer. Die Stimmung ist hervorragend, die Pfarrer haben viele Zuhörer und im Anschluss gibt es Blasmusik. Und mit dem Wetter hatten wir auch jedes mal Glück. Und letztes Jahr hatten wir bei uns die erste Taufe unter freiem Himmel, da blieb kein Auge trocken.”
Cornelia “Conny” Preis ist in Frankfurt geboren und in Bad Soden aufgewachsen. Sie hat im Schlosshotel Kronberg Köchin gelernt und insgesamt dort fünf Jahre gearbeitet. Im Anschluss ging sie als Geschäftsführerin des Löwenwirtshaus nach München und kehrte nach zehn Jahren nach Bad Soden zurück. Allen Gästen der Scheuer ist sie bekannt durch ihre frechen Sprüche, um die Hungrigen zum Essenholen in die Küche zu bewegen.
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Anna Kunstmann, Sechs Freunde sollt ihr sein Anna Kunstmann
Sechs Freunde sollt ihr sein
“Bei uns in der Familie spielen alle Volleyball. Ich selbst spiele in der 2. Bundesliga in der ersten Damenmannschaft und meine Mutter trainiert die zweite. Ich wurde quasi in das Volleyball Geschehen reingeboren, schon als Kind habe ich das Wochenende in der Halle verbracht. Derzeit bin ich die Einzige, die aus Bad Soden kommt. Da wir in Hessen das einzige Damen-Volleyballteam in der 2. Bundesliga sind, kommen die meisten Mitspielerinnen aus dem Großraum Rhein-Main. Trainiert wird viermal die Woche abends und am Wochenende wird dann gespielt. Wenn man sich da etwas diszipliniert, klappt das auch mit der Schule ganz gut. Das Schönste am Volleyball ist der familiäre Zusammenhalt. Es ist eine überschaubare Gruppe von Leuten, die eine gemeinsame Spielfreude teilt. Und egal welches Spiel am Wochenende ansteht, man trifft immer wieder auf bekannte Gesichter.”
Die siebzehnjährige Anna Kunstmann jongliert aktuell die Anforderungen eines anstehenden Abiturs mit dem Trainingsaufwand der ersten Zweitliga Damen Volleyball Mannschaft des TG Bad Soden, Aushängeschild des hiesigen Turnvereins.
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Matthias Hantschke, Kein Rost, nur leichte Gebrauchsspuren. Top Zustand! Matthias Hantschke
Kein Rost, nur leichte Gebrauchsspuren. Top Zustand!
„Nachdem ich oft Ärger mit Werkstätten hatte, habe ich mir, mit tatkräftiger Hilfe meines Vaters, meinen großen Traum erfüllt: Eine eigene Werkstatt. So konnte ich mich in die Technik von Autos und Motorrädern einarbeiten. Daraus entstand dann eine anhaltende Leidenschaft für die Oldtimerrestauration. In der Zwischenzeit kenne ich mich mit meinen Fahrzeugen so gut aus, dass ich den ADAC nur fürs Abschleppen rufen muss, alles andere kann ich selber erledigen. Am Anfang steht man ja meist vor einem Trümmerhaufen. Dann baut man den Motor und die Maschine zusammen, und wenn es dann das erste Mal brummt, dann ist das Glücksgefühl nur schwer zu toppen.“
Matthias Hantschke ist in Bad Soden groß geworden und arbeitet auch hier. Derzeit wohnt er zwar in Königstein aber seine Garage ist natürlich hier im Ort. Im Winter verbringt er jede freie Minute in seiner Garage, damit er im Sommer seine Oldtimer gemütlich ausfahren kann.
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Soner Berke, Gastfreundlich Soner Berke
Gastfreundlich
“Mein Vater hatte ein großes Textilunternehmen in der Türkei und zog mit meiner Mutter nach Deutschland, um sich hier zu vergrößern. So wurde ich dann 1971 in Butzbach geboren. Ich war Einzelkind, und daher war zunächst die Erwartung, dass ich den elternlichen Betrieb übernehmen sollte. Beim mir war aber schon sehr früh klar, dass ich in die Hotellerie wollte und das haben meine Eltern auch unterstützt. Nach meiner Ausbildung in der Hotelfachschule in Altötting und Stationen in Frankfurt, beim Ritz-Carlton in Detroit, in Hamburg, einem Schlosshotel in Südfrankreich, dem Robinson Club in der Türkei und dann wieder der Steigenberger Gruppe in Frankfurt, habe ich letztes Jahr als Regionaldirektor für die H-Hotels Gruppe acht Häuser im Rhein-Main Gebiet übernommen. Wir Türken sind von Natur aus ein gastfreundliches Volk und deswegen liegt mir die Hotellerie auch so. Ich möchte nie etwas anderes machen.”
Soner Berke ist Regionaldirektor für die H-Hotels Gruppe und verantwortet acht Häuser im Rhein-Main Gebiet, darunter das Ramada in Bad Soden. Seit 2015 wohnt er mit seiner Familie in Bad Soden und fühlt sich hier sehr heimisch. In seine Frau Nathalia hat er sich übrigens verliebt, bevor er sie überhaupt zum ersten Mal getroffen hatte. Auf Bildern aus dem Freundeskreis seines Cousins entdeckte er sie und machte sie über das Internet ausfindig. Er arrangierte, dass sie eine Einladung zur bevorstehenden Hochzeit seines Cousins in Bodrum bekam und lernte sie dort kennen. Kurze Zeit später zog sie zu ihm nach Frankfurt. Ein Jahr später wurde geheiratet und im April kam Sohn Timur auf die Welt – ein gebürtiger Bad Sodener.
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Gerhard Dickler, Alles andere ist eine Kopie Gerhard Dickler
Alles andere ist eine Kopie
“Ich bin am 20. Dezember 1944 in der Hauptstrasse 20 in Bad Soden geboren. Vor der Gebietsreform hieß die noch so, jetzt ist es ja “Zum Quellenpark”. Ich war noch nie im Krankenhaus, nehme kein einziges Medikament und trinke jeden Tag Wasser aus dem Brunnen 3 beim Hundertwasserhaus. Da habe ich meinem Großvater schon immer Wasser geholt, der ist auch recht alt geworden. Schon immer war ich ein Pferdenarr. Fast jeden Tag fahre ich Kutsche, außer Dienstags und Donnerstags. Gerade für Kinder ist die Kutsche großartig. Wenn ich im Wald auf eine Familie treffe und merke den Kindern an, dass sie gerne mal fahren möchten, dann nehme ich den Bub oder das Mädchen ein Stück mit, wenn die Eltern nichts dagegen haben. Ich muss mit meinem Gaul kein Geld verdienen, deswegen kann ich damit Freude bereiten.” “Wie bleibt man so gesund?” “Bewegen musst du dich und einigermaßen ernähren. Ich esse unheimlich viel Fisch. Ich habe halt gute Gene. Ich habe mich kürzlich beim Arzt auf den Kopf stellen lassen aber die waren total überrascht. "Sind sie Leistungssportler?" haben die gefragt. Ich tu’ mich halt viel bewegen, ich geh’ morgens in den Stall, füttere die Gäule und bring’ sie raus, fahr’ Kutsch und tu’ jedem helfen, wo ich helfen kann. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Hauptsache, ich kann meinen Gaul Sina halten und es geht ihr gut.”
Wenn die Bezeichnung “Bad Sodener Original” auf jemanden passt, dann ist es Gerhard Dickler. Man schließt ihn innerhalb einer Sekunde ins Herz und hört im stundenlang zu. Ihn zu unterbrechen ist ohnehin kaum möglich, aber er erzählt auch sehr kurzweilig und humorvoll. Wenn Sie einen Mann auf einer einspännigen Kutsche in Bad Soden treffen sollten, fahren sie ein Stück mit und sie werden noch tagelang ein glückliches Lächeln mit sich herumtragen.
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Nele Neuhaus, Hat einen Mordsspaß bei der Arbeit Nele Neuhaus
Hat einen Mordsspaß bei der Arbeit
“Wissen Sie eigentlich, wie die Geschichte endet, wenn Sie mit dem Schreiben anfangen?” “Im Groben weiß ich das natürlich, weil ich ja die Saltos schlagen muss, die später in der Geschichte meinen Leser auf falsche Fährten führen sollen. Insofern muss ich schon wissen, wie es ausgeht, aber nicht im Detail. Oft lasse ich mich selbst überraschen beim Schreiben. Seit einer Woche arbeite ich am Plot für den nächsten Krimi, der nächstes Jahr im Oktober erscheint. Ich habe inzwischen dreimal das Opfer gewechselt und viermal die Todesart. Am Anfang ist wirklich noch alles möglich und das macht riesig Spaß. Schon als Kind bin ich zur Buchhandlung Riege gegangen. Später hat Christa Riege meine Entwürfe sehr kritisch gelesen und mir viele gute Hinweise gegeben. Nachdem ich dann von den Verlagen eine Absage nach der anderen bekommen und ich die ersten fünfhundert Exemplare von “Unter Haien” selbst gedruckt habe, lagen meine Bücher bei Rieges auch immer neben der Kasse. Insofern war Bad Soden ganz entscheidend für meinen späteren Erfolg. Und durch “Schneewittchen muss sterben” ist dann Altenhain weltweit bekannt geworden – selbst die Japaner kennen unseren Ort!”
Nele Neuhaus ist die erfolgreichste deutsche Krimiautorin und lässt viele ihrer Handlungen im Taunus spielen. Ursprünglich aus Paderborn kommend, zog ihre Familie 1978 nach Bad Soden. Nach einigen Ortswechseln, wohnt sie heute mit ihrem Lebenspartner in Neuenhain. Ihre Schwestern sind bis heute ihre besten Kritiker und Feedbackgeber.
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Thomas Kuhles, Hühnerbaron Thomas Kuhles
Hühnerbaron
“Im Radio haben wir von Rent-a-Huhn gehört, eine Idee, die von Hühnerhöfen angeboten wird, damit das Bewusstsein für Ernährung gefördert wird. Allerdings gab es damals gerade keine verfügbaren Miethühner mehr, also haben wir sieben gekauft. Warum sieben? Weil wir in einem Mehrgenerationenhaus wohnen mit den Großeltern, zwei Kindern und der Freundin meines Sohnes. Jeder durfte einen Namen aussuchen und alle Hühner lassen sich optisch und charakterlich gut voneinander unterscheiden. Wir können auf zweieinhalbtausend Quadratmetern eine artgerechte Haltung sicherstellen und haben schon viel über Hühner gelernt. Schön sind natürlich die frischen Eier, aber was mich besonders freut, wie zugänglich die Hühner sind. Man hat das Gefühl, dass sie sich bei uns sehr wohl fühlen. Leider wurde ein Huhn im Herbst von einem Habicht gerissen, so dass wir jetzt einen noch besser geschützten Hühnerstall gebaut haben.”
Thomas Kuhles ist selbständig und wohnt seit 1986 in Bad Soden. Minna, unser Fotohuhn, zeigte sich ruhig und interessiert. Während der Aufnahmen wurde sie mit leckerem Körnerangebot bei guter Laune gehalten und hat auch nur einmal auf dem Tisch ihr Geschäft hinterlassen. Im Gespräch bestritt sie später, irgendetwas mit dem blau-weiß gepunkteten Ei zu tun zu haben und bot selbstbewusst einen DNA Test an.
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Ingrid Honneth, Verstrickt Ingrid Honneth
Verstrickt
“Ich habe lange als Ausstatterin am Theater gearbeitet, unter anderem am Schauspielhaus in Hamburg, am TAT in Frankfurt, am Burgtheater in Wien, in Rotterdam, in München und in Berlin am Schillertheater. Ich wollte damals nicht in das normale bürgerliche Leben eintreten und das Theater bot mir diese Welt. Nach der Schließung des Schillertheaters in Berlin habe ich mich mit eigenen künstlerischen Produktionen selbständig gemacht. Zuerst habe ich gezeichnet, figurativ gearbeitet und bin dann zu den Objekten gekommen. Wir sind ja alte Neuenhainer und nach vielen Stationen im Ausland auch wieder gerne hierher zurück gekommen. Unsere Eltern stammen ja nicht aus dem künstlerischen Metier, insofern ist es vielleicht überraschend, dass sowohl meine Schwester Elvira (Bach) als auch ich Künstlerinnen geworden sind.”
Seit über zwanzig Jahren ist Ingrid Honneth national und international mit Ihren Ausstellungen vertreten. Aktuell ist sie im Badehaus mit ihren Werken unter dem Titel „Unendlich endlich“ zu sehen.
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Brigitte Papa, Fein & Fleißig Brigitte Papa
Fein & Fleißig
“Ich habe meinen Mann Pietro vor über neunzehn Jahren am Großmarkt kennengelernt. Ein Jahr nachdem er 1997 unser jetziges Geschäft übernommen hatte, bin ich dort auch eingestiegen. Unsere gemeinsame Arbeit hat von Anfang an sehr gut geklappt und tut es bis heute. An einem typischen Tag stehen wir um zwei Uhr morgens auf und fahren zum Großmarkt. Wir kontrollieren und probieren die Ware, beladen das Auto, fahren ins Geschäft und räumen ein. Pietro kocht meistens und organisiert das Kühlhaus, ich mache die Buchhaltung und beide sind wir im Verkauf. Zum Feierabend schenkt uns Pietro dann ein Glas Prosecco ein – ein sehr schönes Ritual.”
Brigitte Papa führt mit ihrem Mann Pietro das gleichnamige italienische Feinkostgeschäft. Ihr Lieblingsgericht ist alles, was Pietro kocht.
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Sabine Haller, Fährt jeden Tag Achterbahn Sabine Haller
Fährt jeden Tag Achterbahn
“Ich bin in der Sankt Katharina Kirche getauft und gefirmt worden und habe dadurch eine sehr persönliche Beziehung zu diesem Kindergarten. Wir haben eine Türe, die direkt in die Kirche führt und wenn es mal ganz turbulent ist, dann gehe ich kurz rüber und genieße die Stille und Atmosphäre. Danach ist wieder alles gut. Wir haben hier den ganzen Tag eine Achterbahn der Emotionen. Wir lachen und wir weinen. Mit den Kindern und den Eltern. Wir hatten vor vielen Jahren ein kleines Flüchtlingskind, das unter entsprechend schwierigen Bedingungen in Bad Soden aufgewachsen ist. Dieses Kind besucht uns heute noch in der Kita und studiert mittlerweile. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie sich Kinder, denen das Leben so viele Steine in den Weg gelegt hat, sich durchbeißen und die Stärke entwickeln allen Widerständen zu trotzen. Das bewegt mich sehr. Am schönsten ist natürlich der Kindermund: “Oh, das ist ja schön. Hast Du das vom Weihnachtsmann bekommen?” “Neee, das hat DHL gebracht!”
Sabine Haller ist die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Katharina und sorgt gemeinsam mit Ihren Kollegen/-innen und dem Engagement vieler Eltern, dass Kinder hier unbeschwert aufwachsen können.
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Tobias Landsiedel, Kirchenmusik für alle Tobias Landsiedel
Kirchenmusik für alle
“2008 habe ich neben meinem Musikstudium in Frankfurt als Organist in der Pfarrei Sankt Marien und Sankt Katharina in Bad Soden begonnen. Heute bin ich hauptamtlicher Kirchenmusiker und Leiter der Jungen Kantorei Bad Soden, die mittlerweile fünf Chöre mit hundertsechzig Sängern von neun bis fünfunddreißig Jahren umfasst. Die Jugendchorprojekte waren recht schnell sehr erfolgreich. Schon bei einer Aufführung in 2009 waren rund achthundert Besucher in der Kirche. Das gibt es sonst noch nicht mal an Weihnachten. Wir machen eine bunte Mischung aus neuer wie auch kulturell geprägter Kirchenmusik mit Jazz, Pop und Klassikelementen. Unser großes Projekt in diesem Jahr war natürlich “Gleis 21”, ein Chormusical, das wir komplett selbstgeschrieben und Anfang Mai aufgeführt haben. Es war ein echtes Gemeinschaftswerk, bei dem jeder beim Drehbuch gefordert war.”
Tobias Landsiedel ist Mitbegründer und Leiter der Jungen Kantorei Bad Soden und seit 2010 hauptamtlicher Kirchenmusiker der Pfarrei Sankt Marien und Sankt Katharina. Sein persönlich größtes Projekt dieses Jahr war seine Hochzeit im Sommer.
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Özge Cevik, Musik ist die beste Integration Özge Cevik
Musik ist die beste Integration
“In der Grundschule bemerkte meine Lehrerin, dass ich ein sehr gutes musikalisches Gehör habe und motivierte mich, dem Kinderchor beizutreten. Mit dieser Gruppe hatte ich mit acht Jahren meine ersten Auftritte in Opernhäusern. Mit fünfzehn bin ich auf eine Musikschule gewechselt und später zum Studieren nach Zürich auf das Winterthur Konservatorium. Seit drei Jahren wohnen wir in Bad Soden. Neben meinem Kontrabass-Spiel unterrichte ich in der Drei-Linden-Schule in Neuenhain Streicherklassen, ein Projekt, das auch von der Dr. Frei Musikstiftung unterstützt wird. Und ich leite den Kinderchor im Kindergarten Am Hübenbusch, in dem auch unser jüngster Sohn ist. Ich arbeite auch viel mit Migrationskindern, die sich immer freuen, wenn sie feststellen, dass ich ursprünglich aus Ankara komme. Da Musik eine universelle Sprache ist und jeder sie verstehen kann, ist gemeinsames Musizieren die beste Art der Integration.”
Özge Cevik, in Ankara geboren und aufgewachsen, lebt mit Ihrem Mann seit 2005 in Deutschland. Wir haben sie bei einem Konzert im Rahmen der Mendelssohn Tage kennengelernt und fanden die Kombination aus Dirndl-tragender, rothaariger, türkischer Kontrabassspielerin einfach unwiderstehlich.
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Magdalena Radac, Hilfsbereit Magdalena Radac
Hilfsbereit
“Warum bin ich Krankenschwester geworden? Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Rumänien. Meine Mutter hatte Astma und sie hat immer schlecht Luft bekommen. Sie musste sich ihre Spritzen ohne Arzt selbst verabreichen, was natürlich schwierig war. Also haben wir Kinder es gemacht, damit es ihr besser ging. Damals war ich acht Jahr alt. Meiner Oma ging es auch nicht gut aber sie hat jede Fremdbetreuung abgelehnt, deswegen habe ich mich dann um sie gekümmert. Und dadurch nebenbei meinen Berufwunsch gefunden. In Hunedoara, in der Region Siebenbürgen, habe ich meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und später in Deutschland zusätzlich eine Anerkennungsprüfung. Gerade in der ersten Zeit in Deutschland habe ich natürlich nicht immer alles verstanden aber dann abends die Wörter gegoogelt. Alle waren aber immer sehr hilfsbereit, wie eine zweite Familie, in der man sich gegenseitig unterstützt. Ganz am Anfang vor acht Jahren als ich neu hier war habe ich mich beim Anblick von Joggern immer gefragt, warum die alle rennen? Das gab es bei uns im Dorf nicht!”
Magdalena Radac ist examinierte Krankenschwester und arbeitet seit 2011 in der Bad Sodener Klinik. Wir haben sie hier stellvertretend für all ihre Kollegen/-innen aufgenommen, die sich tagtäglich für eine professionelle und persönliche Betreuung ihrer Patienten einsetzen.
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Stratos Sotiriadis, Fly like an eagle Stratos Sotiriadis
Fly like an eagle
“Ich bin vorzeitig vom Gymnasium abgegangen aber habe dann an der Abendschule meinen Abschluss als Klassenbester nachgeholt. Mein damaliger Religionslehrer war der Leiter einer Eliteschule, auf die ich gerne gegangen wäre. Aber dort spielten Noten weniger eine Rolle als die richtigen Beziehungen. Und die hatte ich nicht. 1982 bin ich dann zum Militär gegangen und habe mich zum Kampfschwimmer ausbilden lassen. Die Ausbildung war sehr hart, nach zwei Wochen waren von anfänglich 130 Rekruten nur noch 80 dabei. Aber ich war trainiert wie eine Kampfmaschine und es hat mir einfach Spaß gemacht. Bei einer Zwischenprüfung wurde von den Prüfern ganz offen betrogen und alle, die in der falschen Partei waren, wurden nach Hause geschickt. Dazu gehört ich leider auch. Nach ein paar Jahren kam ich nach Deutschland, mein Vater war hier schon tätig und ich hatte Freunde in Offenbach. Über diese Freunde habe ich auch meine Frau kennengelernt. 1989 hatte ich meine erste Kneipe in Wiesbaden und später eine in Hofheim. Und am 18. April 1997 haben wir den Adlerhof eröffnet. Bald sind wir 20 Jahre hier!”
Stratos Sotiriadis kommt ursprünglich aus Serres im griechischen Makedonien und ist Inhaber des Adlerhofs. Daneben engagiert er sich bei vielen Bad Sodener Veranstaltungen. Er ist immer noch ziemlich gut durchtrainiert.
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Narzissa Sirone, Veränderungen Narzissa Sirone
Veränderungen
“Ich war früher sehr stolz auf meine langen Haare. Vor zwei Jahren ist dann aber der sechs Monate alte Sohn meiner Schwester gestorben. Mein eigener Sohn war zu der Zeit gerade ein Jahr alt und mein Neffe war wie ein eigenes Kind für mich. Er wurde leider schon krank geboren und hatte keine längere Überlebenschance. Sechs Monate lang haben wir geweint, dann starb er. Wenn Frauen Probleme haben, dann kaufen sie Schuhe oder verändern ihre Haare. Ich konnte mich nicht mehr im Spiegel sehen, weil ich ständig an das Kind denken musste. Also bin ich zum Friseur und habe gesagt ‘Haare ab’. Auf dem Friedhof in Bosnien habe ich mich dann später von meinem Neffen verabschiedet.”
Narzissa Sirone ist seit acht Jahren an der Käsetheke im REWE-Markt zu finden. In Bosnien geboren, kam sie um die Jahrtausendwende nach Bad Soden und lebt hier immer gut gelaunt mit ihrem Mann Giuseppe und Sohn Alessio.
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Vincenzo Leanza und Antonio Castro, Family Business Vincenzo Leanza und Antonio Castro
Family Business
“Der Photograph auf meiner Hochzeit hatte es schwer. Er sagte immer “lachen, lachen” aber ich habe so ernst geschaut. Dabei war ich absolut glücklich. Vor der Kamera bin ich immer etwas verkrampft. Aber normal bin ich gar nicht so!” “Vincenzo macht die Tankstelle und ich leite das Werkstattgeschäft, das wir in den letzten acht Jahren deutlich haben steigern können. Als wir anfingen hatten wir zehn Paar Reifen eingelagert, heute sind es viele hundert. Und wir machen noch viel mehr als nur den Reifenwechsel. Unser Service scheint sich herumzusprechen.”
Die Cousins Vincenzo Leanza und Antonio Castro sind Pächter der Aral-Tankstelle. Ihre Familie kommt ursprünglich aus Adrano in der Provinz Catania am Fuße des Äthna, wobei Vincenzo in Langen geboren wurde und Antonio mit acht Jahren nach Deutschland kam. Die beiden bieten einen sehr guten Cappuccino im Bistro an. Aber ob sie ein Auto haben, wissen wir leider nicht.
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Christa und Boris Riege, Zwei Herzen und ein Buch Christa und Boris Riege
Zwei Herzen und ein Buch
“1975 habe ich meinen Mann in einer Jazzkneipe in Frankfurt kennengelernt. Ich hatte ihn schon eine Zeitlang beobachtet und dachte mir 'der tät mir schon gefallen'. Ganz in sein Buch versunken saß er dort, inmitten all der Leute und des Trubels, vollkommen entspannt und zufrieden. Er sah so allerdings sehr unnahbar aus. Dann kam doch noch meine Chance: Er verschwand kurz nach draußen, sein Buch ließ er liegen. Die Bedienung ging wohl davon aus, dass er nicht mehr wiederkommen würde und verwahrte das Buch. Doch nach einer Weile kam er zurück, vermisste sein Buch und da war sie - DIE Gelegenheit ihn anzusprechen.“
Christa und Boris Riege sind die Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung, die sie 1975 zuerst in Schwalbach und 1983 in Bad Soden eröffnet haben. Beide sind -nicht nur berufsbedingt- Leseratten und können auch wunderbar vorlesen. Das Buch, das in der Kneipe den Anstoß für die nunmehr 37-jährige Ehe gab, war übrigens “Hiob” von Joseph Roth.
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Gülay Uzun, Liebe auf den ersten Blick Gülay Uzun
Liebe auf den ersten Blick
“Meine Eltern hatten damals einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Türkei. Eines Tages hat mein Vater meine Mutter ins Kino nach Erzincan eingeladen, das war ein ganzes Stück von uns entfernt. Im Kino lief ein trauriger Film. Ein Paar hatte jahrelang versucht, Kinder zu bekommen. Eines Tages wurde die Frau dann schwanger und die beiden nannten das Mädchen Gülay. Einige Wochen nach dem Kinobesuch war auch meine Mutter schwanger – mit mir. Und so kam ich zu meinem Namen. 1970 kam ich als kleines Mädchen mit meinen Eltern nach Deutschland, damals war ich 7 Jahre alt. Wir waren die ersten Türken in unserer Straße. Mein Vater hieß Muharrem aber für die Deutschen waren damals alle Türken ein “Ali”. Auf einer türkischen Hochzeit in Solingen bei Düsseldorf habe ich dann meinen Mann kennengelernt. Für uns beide war und ist es die erste und einzige Liebe. Ich war sehr jung, aber ich konnte meinen Vater schließlich überzeugen, dass ich ihn heiraten durfte. Mein Mädchenname ist “Kalin” und das heißt “breit”. Und mein Mann heißt “Uzun” und das bedeutet “lang”. Und so stand dann auf unserer Hochzeitseinladung “Breit und Lang laden zur Hochzeit ein”.
Gülay Uzun und ihr Mann Metin sind die Inhaber des gleichnamigen Restaurants und sind seit 1999 Jahren in Bad Soden. Als sie ihren Mann in Kriftel heiratete war sie 16 und und er 22 Jahre alt.
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Claudia Neumann, Eyecatcher Claudia Neumann
Eyecatcher
“Die Stadtgalerie im Badehaus hat sich in den letzten Jahren regional wie überregional einen guten Namen gemacht. Und für Künstler aus der Region haben wir ein sehr erfolgreiches Ausstellungsformat entwickelt, das wir RegionalArt getauft haben. Wir sind bereits für die nächsten zwei Jahre ausgebucht. Mit dem Badehaus haben wir einen richtigen Eyecatcher in der Stadt. Unten das Stadtmuseum und die Stadtbücherei, oben Stadtgalerie und KunstKabinett – das historische Gebäude im Alten Kurpark ist das Kulturzentrum Bad Sodens. Wir haben insgesamt ein außergewöhnliches städtisches Kulturprogramm in Bad Soden und es ist schön zu sehen, dass auch die privaten Initiativen zunehmen.”
Claudia Neumann arbeitet seit 2011 als Kulturreferentin in Bad Soden und ist u.a. verantwortlich für die Stadtgalerie und das KunstKabinett.
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Kathrin Henrich, Das Leben ist ein Immenhof Kathrin Henrich
Das Leben ist ein Immenhof
“Vor über 10 Jahren waren wir in Flörsheim in einer Straußwirtschaft in einer Scheune, die unserer sehr ähnelte. Der Gedanke: „Was hier mit Wein geht, geht vielleicht auch mit Apfelwein“ war schnell geboren. Wir begannen 2004 mit dem Umbau des ehemaligen Kuh- und Pferdestalles zu einer Gaststube. Erst während der Bauarbeiten wurde uns allerdings bewußt, dass Straußwirtschaften nur in Weinbaugebieten offiziell gestattet sind. Wir reichten dann in 2007 eine Petition beim Hessischen Landtag ein, die zu einer Änderung des hessischen Gaststättengesetzes führte und die es den Erzeugern von Apfelwein ebenfalls erlaubte, eine Straußwirtschaft zu eröffnen. Was wir dann im Mai 2008 auch zum ersten Mal taten. Der Immenhof ist sozusagen die “Mutter der hessischen Apfelwein-Straußwirtschaften“. Heute ist der Immenhof ein buntes Aufeinandertreffen vieler verschiedener Aktivitäten. Wir stellen unsere eigenen Produkte wie Apfelsaft und –weine und Edel- und Obstbrände her, vermieten den Immenhof für Events, betreiben die Straußwirtschaft für vier Monate im Jahr und wir veranstalten schon seit mehr als 10 Jahren am 3. Adventwochenende den Weihnachtsmarkt auf dem Immenhof. Uns ist selten langweilig!“
Kathrin Henrich betreibt mit ihrem Mann Reinhold den Immenhof in Neuenhain. Ursprünglich aus Bad Vilbel kommend, wohnt sie seit 1995 in Bad Soden.
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Max Gaertner, Hat Taktgefühl Max Gaertner
Hat Taktgefühl
“Wir wollen Innovationen in die Kunst bringen und neue Konzerterlebnisse erschaffen. Da ich viel unterwegs bin, kann ich neue Ideen sammeln, die wir dann in die Musikschule einbringen. Jeder kann zu uns kommen, ob er später im Orchester spielen möchte oder als Erwachsener einfach Freude an der Musik hat. Bei Erwachsenen gibt es ja manchmal eine Hemmschwelle, da wir das Wort “Schule” im Namen haben. Da kommen dann wieder Gedanken an die Lehrer-Schüler Beziehung auf. Das ist bei uns aber viel entspannter. Außerdem können Erwachsene erstaunlich schnell Musikinstrumente lernen, weil sie motorisch viel erfahrener als Kinder sind.”
Max Gaertner ist seit 2013 Leiter der Freien Musikschule Bad Soden e.V. und diplomierter Musiker und Musiklehrer. Er studierte Schlagzeug in Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und hat schon mit vielen Großen der Musikszene zusammengearbeitet, u.a. mit dem Dirigenten Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern.
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Rosi Pelzer, Am liebsten Salsa Rosi Pelzer
Am liebsten Salsa
“Als Mann müssen sie eine Frau gut über die Tanzfläche führen. Das gehört einfach gesellschaftlich dazu. Damals wie heute. So habe ich auch meinen Mann kennengelernt. Er kam zu einer Privatstunde weil er sich auf einer Hochzeit blamiert hatte. Er wurde von einer schönen Frau aufgefordert und konnte nur sagen, dass er nicht tanzen kann. Das hat geschmerzt. Heute tanzt er natürlich wunderbar. Den jungen Mädels sage ich immer, dass wenn sie aufgefordert werden, sie zumindest einen Tanz machen müssen. Der Junge hat schließlich seinen ganzen Mut zusammen genommen, da darf man ihn nicht einfach abblitzen lassen. Dafür muss der aber auch ein gutes Benehmen an den Tag legen, frisch geduscht sein und er darf natürlich keinen Knoblauch zuvor gegessen haben. Das klingt jetzt ganz offensichtlich, ist es aber oft nicht.”
Rosi Pelzer ist Inhaberin der gleichnamigen Tanzschule am Quellenpark, die sie seit 1991 führt. Neben den offiziellen Tanzkursen unterrichtet sie seit 14 Jahren im Kindergarten Sonnenburg in Altenhain.
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Iris Röse, Haarige Steuerfragen Iris Röse
Haarige Steuerfragen
„Ich wohne mit meinem Mann zwar schon 15 Jahren in Bad Soden, habe aber erst 2012 meinen Job bei einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Frankfurt an den Nagel gehängt und hier im Ort meine eigene Steuerberatungskanzlei eröffnet. Nicht nur Großunternehmen sollten Zugang zu qualitativ hochwertiger Steuerberatung , gutem Service und einem persönlichen Ansprechpartner haben. Jeder Mandant sollte so bedient werden. Das Steuerrecht ist humorlos und unerfreulich genug. Das muss das persönliche Verhältnis des Mandanten zum Steuerberater nicht auch noch sein.“
Iris Röse ist Steuerberaterin und kommt ursprünglich aus Flensburg.
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Outi Kaden, Glücksbringer Outi Kaden
Glücksbringer
„Das erste Buch schrieb und illustrierte ich mit sieben Jahren. Es war schon immer mein größter Wunsch, Kinderbücher zu machen. Trotzdem machte ich zunächst mal eine kaufmännische Ausbildung. Allerdings erinnern sich meine Kollegen von damals oft daran, dass ich auch dort schon alles vollgezeichnet habe. Nach der Geburt meiner Söhne fing ich dann doch an, Bilderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Die Ideen gehen mir nie aus, die Spinnenangst meiner Schwester brachte mich zum Beispiel auf die Idee, mal eine ganz sympathische strickende Spinne zu zeichnen. Wenn ich einen Text lese, habe ich sofort ganz viele Bilder vor Augen. Meine größte Inspirationsquelle ist die Natur in meiner zweiten Heimat Finnland. Die Sommer meiner Kindheit verbrachte ich bei meinen Großeltern in Finnland auf ihrem Bauernhof. Es war wie `Bullerbü´ und inspiriert mich bis heute. Natürlich auch die unendlichen finnischen Wälder, die Seen, das Meer, die Mitternachtssonne, die Einsamkeit – nicht zu vergessen die Elfen, Wichtel und Trolle, die dort leben.“
Outi Kaden ist Kinderbuchillustratorin und -autorin. Geboren in Wuppertal zog ihre deutsch-finnische Familie später nach Hamburg und Frankfurt, bis sie schließlich vor rund zwanzig Jahren in Bad Soden landete. Auf www.outi-kaden.de kann man sich auch als Erwachsener von sehr süßen Illustrationen begeistern lassen.
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Harald Dewor, Die Welt ist Klang Harald Dewor
Die Welt ist Klang
“Das letztes Mal in der Fußgängerzone habe ich vor 10 Jahren in Heidelberg gespielt. Und ich überlege ernsthaft, ob ich das wieder machen sollte, viele Bluesmusiker haben auf der Straße gespielt. Musik ist Kunst und Kunst zu schaffen bedeutet für mich sein innerstes Wesen auszudrücken und andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Das geht nur, indem man seine Fassaden einreißt und sich in der Konsequenz auszieht. Ich denke Musik ist nur dann glaubhaft und berührend wenn man komplett nackt ist. Nur dann findet auch echte Kommunikation statt. Im Kontakt mit dem Publikum ist man nackt, allem ausgesetzt. So nimmt man, wenn man auf der Straße oder auf der Bühne spielt, ganz genau war, was um einen herum passiert. Die Sinne sind in diesem Moment unglaublich scharf. Man ist so wach, so da, so im Jetzt präsent und erkennt plötzlich, dass die ganze Welt vibriert und in verschiedensten Frequenzen schwingt. Die Welt ist Klang. Das schönste Erlebnis hat man, wenn die Leute in ihrer Routine unterbrochen werden, interessiert stehenbleiben und lächeln: Resonanz.”
In seiner vierzigjährigen Laufbahn bei der Bundeswehr war Harald Dewor zunächst als Pilot und Fluglehrer, später in der Rüstungskontrolle und zuletzt als Dozent für Politische Bildung tätig. Seit zwei Jahren im Ruhestand, kann er jetzt seiner Leidenschaft für den Blues voll nachkommen. Außer auf der Straße trifft man ihn beim Franky’s, beim geplanten Blues Open Air im Kurpark und natürlich im BluesHaus Bad Soden e.V.
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Nick-Oliver Kromer, Lässt nichts anbrennen Nick-Oliver Kromer
Lässt nichts anbrennen
“Seit mehreren Generationen ist die Familie Kromer in Bad Soden heimisch. Mein Urgroßvater war Gärtner und ist 1860 über Dänemark hierher gekommen und hat mit der Obstkultur in Bad Soden begonnen. Ich bin allerdings der erste aktive Feuerwehrmann in der Familie, obwohl mein Vater schon Ehrenmitglied bei der Feuerwehr war. Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr bin ich in der Bad Sodener Feuerwehr tätig. Das unverändert Faszinierende an den Notfalldiensten ist für mich, dass man mit so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren in Kontakt kommt, so wie es in kaum einem anderen Beruf vorkommt. Für das Berufs- aber auch das Privatleben ist das eine echte Bereicherung. Menschen zu führen, die völlig unterschiedliche Ausbildungen, Stärken und Erfahrungen haben für eine gemeinsame Aufgabe, in unserem Fall die Gefahrenabwehr, das ist es, was man bei der Feuerwehr lernt. Mit Respekt und Motivation. Wir sehen es ja in den letzten Tagen an der Flüchtlingssituation, wie wichtig ein solches ehrenamtliches Engagement ist. Ohne das würde unser Sozialsystem nicht funktionieren. Wir suchen ständig Menschen, die sich für den Nächsten engagieren wollen aber wir können diesen Freiwilligen auch vieles bieten.”
Nick-Oliver Kromer ist in Bad Soden geboren, aufgewachsen und fest verwurzelt. Als freiberuflich und selbständig tätiger im Bereich Notfall- und Krisenmanagement, hat er es in seiner Funktion als Stadtbrandinspektor und Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Soden a. Ts. mit allen seinen Stadtteilen, offensichtlich verstanden ein eingeschworenes Team von freiwillig tätigen Feuerwehrmännern und –frauen zu schmieden, deren hervorragende Leistungen über die Stadtgrenzen geschätzt werden und auch in bundesweiten Wettbewerben regelmäßig Beachtung finden.
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Gino Calderaro, Teigwerfer Gino Calderaro
Teigwerfer
“1964 sind meine Eltern aus Cosenza in Kalabrien nach Bad Soden gekommen und haben bei Rosenthal gearbeitet. Ich war damals 6 Jahre alt und bin hier mit zwei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen. Wir hatten später eine Wohnung in Schwalbach und sind auf die deutsch-italienische Schule in Frankfurt gegangen. Im Anschluss habe ich Automechaniker gelernt und meine Meisterprüfung abgelegt. Danach wollte ich dann Wirtschaftsingenieurswesen studieren aber nach drei Monaten habe ich gemerkt, dass das wohl nichts für mich ist. Nebenbei hatte ich aber schon immer in einer Pizzeria gearbeitet und nach Studienabbruch dann Vollzeit. Als sich die Möglichkeit der Übernahme eines Restaurants in Bad Soden bot, habe ich nicht lange überlegen müssen. Vor 10 Jahren haben wir dann noch die Pizzeria gegenüber dazugenommen. Gleich am am ersten Tag hatten wir so viel Andrang, dass wir das kaum gepackt haben. Ich hatte richtig Angst, am nächsten Tag aufzumachen.”
Gino Calderaro ist Inhaber der Trattoria/Pizzeria Gran Sasso. Seine Lieblingspizza ist die Nummer 4, Salami und Pepperoniwurst.
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Emmi Holland-Letz, Lila macht glücklich Emmi Holland-Letz
Lila macht glücklich
"Ich bin eigentlich gelernte Bankkauffrau, habe jahrelang an der Börse gearbeitet und bin dann in der Textilwirtschaft gelandet. Nach vier Jahren auf Mallorca zurück in Deutschland, wollte ich unbedingt nach Bad Soden ziehen. Hier habe ich mir dann mit der Eröffnung einer Boutique meinen Traum erfüllt. Woher der Name kommt? Das war zunächst eher ein lustiger Einfall “Lila, der letzte Versuch” aber eine Kundin sagte mir einmal, Lila mache sie glücklich, das hat mir gut gefallen. Und außerdem ist Lila die Farbe der Frauenbewegung. Lauter gute Gründe für den Namen. Allerdings habe ich in meinem Geschäft gar nicht viele Teile in lila!”
Emmi Holland-Letz ist Inhaberin der Boutique Lila Lust auf Mode im Quellenpark. Und die Antwort auf die Frage, “wer will schon nach Mallorca, wenn es in Bad Soden so schön ist?”
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Stefan Messer, Elefantenflüsterer Stefan Messer
Elefantenflüsterer
“Ich habe vor drei Jahren meine Frau im Flugzeug kennengelernt. Ihre Familie kommt aus dem Nord-Osten Thailands, die Region, die die meisten Touristen wahrscheinlich mit Elefanten in Verbindung bringen. Allerdings soll es von ehemals hunderttausend Tieren zu Beginn des letzten Jahrhunderts heute leider nur noch dreitausend freilebende Elefanten in Thailand geben. Schon immer gefiel mir die asiatische Kultur, und wir haben Zuhause und im Büro viel Kunst aus Südostasien und China. Für mich ist Thailand eine zweite Heimat geworden, und wir genießen dort gemeinsam die fröhliche Lebensart und das gesunde Essen. Mein Herzensprojekt ist es aber, den unternehmerischen Wechsel auf die nunmehr vierte Generation in den nächsten Jahren vorzubereiten. Ich habe zwei erwachsene Kinder und einen Schwiegersohn, und mein größter Wunsch ist es, eines Tages den Staffelstab an sie weiterzugeben.”
Stefan Messer ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Messer Gruppe, die 2010 mit der Hauptverwaltung nach Bad Soden gezogen ist. Den meisten Bad Sodenern dürfte die Firma Messer durch den Neubau der Konzernzentrale und die Renovierung des Bahnhofs bekannt sein.
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Claudia Helmer, Farbpsychologie Claudia Helmer
Farbpsychologie
“Meine Ausstellung beginnt nächste Woche im alten Badehaus in Bad Soden. Es ist was ganz Neues, auf das sich die Kunstwerkstatt eingelassen hat, denn Textilkunst ist bei uns bisher wenig anerkannt. Ganz anders dagegen im englischsprachigen Raum. Wenn man in Deutschland erzählt, dass man Textilkunst macht, drehen sich die Leute weg und ich muss erklären, dass wir keine Topflappen an die Wand hängen. Ich bin mir aber sicher, dass die Besucher der Ausstellung ganz neue Eindrücke mit nach Hause nehmen werden. Und es ist natürlich sehr aufregend, sich so zu zeigen. Bei Ausstellungen in England oder Australien ist das immer ganz weit weg. Jetzt ist die Ausstellung in meiner Heimatstadt und dem muss ich mich stellen. Das ist etwas sehr Persönliches, wenn man sich den Blicken und natürlich auch manchmal der Kritik aussetzt. Da brauche ich etwas Mut dafür.”
Claudia Helmer lebt und arbeitet in Bad Soden als Psychoanalytikerin und experimentiert leidenschaftlich mit Stoffen und Farben. Gemeinsam mit Claire Benn, der englischen Textilkünstlerin, sind ihre Arbeiten ab dem 4. September 2015 in der Stadtgalerie zu sehen.
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Annette Stamm, Hat angeblich was mit ihrem Chef Annette Stamm
Hat angeblich was mit ihrem Chef
“Jeder, der zu uns auf den Hof kommt, ist ein netter Mensch. Das macht es sehr angenehm. Es gibt ja auch viele Jobs, wo man morgens nicht gerne hin geht. Das ist bei uns anders. Es ist zwar oft sieben Tage rund um die Uhr zu tun aber mein Mann und ich arbeiten zusammen auf dem Hof. Und abends gehe ich dann mit meinem Chef ins Bett. Übrigens haben die Leute schon bei uns geklingelt und gesagt, dass wir unseren Hof falsch geschrieben haben. Dem ist aber nicht so. Der Name unseres Hofs stammt nicht von der Pflanze ‘Wacholder’ sondern vom ‘Wachhalter’. Dort wo unser Hof ist, hat man früher gestanden und Ausschau gehalten.”
Geboren in Indien und aufgewachsen in Hong Kong, kam Annette Stamm mit 15 nach Deutschland, lernte ihren Mann Andreas kennen und heiratete ihn mit 22 Jahren. Heute betreiben sie gemeinsam das Obstgut Stamm in Neuenhain. Vor fünf Jahren war sie als Gastgeberin in der ARD Sendung ‘Land & lecker’ zu sehen und stellte unter anderem die hauseigenene Schnapsbrennerei vor.
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Etsuro Kawachi und Yoko Hayashi, Freunde aus Yoro-Cho Etsuro Kawachi und Yoko Hayashi
Freunde aus Yoro-Cho
“Das Bad Sodener Sommernachtsfest ist großartig, so viele glückliche Leute, die zusammen feiern. Vor allem aber freue ich mich, dass der Austausch zwischen unseren Städten jetzt schon 25 Jahre alt ist.” “Bad Soden ist eine sehr schöne, grüne Stadt. Eine tolle Erinnerung an diese zwei Wochen sind auch die Sternschnuppen, die wir uns vor einigen Tagen angeschaut haben.”
Etsuro Kawachi ist Leiter der Sportjugendgruppe, Yoko Hayashi Mitglied im Erziehungsausschuss und verantwortlich für Sportpromotion. Sie waren beide Mitglieder der japanischen Delegation aus Bad Sodens Partnerstadt Yoro-cho, die uns im August 2015 besucht hat. Wir haben die beiden während des Sommernachtsfestes beim Sake Trinken kennengelernt und aufgrund ihrer farbenfrohen Kimonos und ihrer charmanten Art auf der Stelle in unser Fotostudio entführt. Danke auch an Frank Bender für die Hintergrundinformationen zu unseren Gästen.
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Dr. Jürgen Frei und Sabine Schaan, Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten Dr. Jürgen Frei und Sabine Schaan
Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten
“1990 habe ich meine Musikstiftung gegründet und 2005 unserem Bürgermeister den Vorschlag gemacht, doch etwas mit Mendelssohn zu machen. Mendelssohn war mit seiner Familie mehrfach in den Ferien zu Gast in Bad Soden, wobei damals ein Urlaub nicht drei Wochen dauerte, sondern eher drei Monate. Die ersten Mendelssohn Tage im Jahr 2006 waren noch etwas einfacher, jedoch seitdem meine Frau die Organisation übernommen hat, sind sie richtig erfolgreich geworden. Sie hat es erreicht, dass das Salonkonzert Kultcharakter gewonnen hat und die Mendelssohn Tage mit ihrem Jugendprogramm, den Stadtführungen und dem „Besonderen Konzert“ mit – dank dem Manfred-Grommek-Preis - internationalen jungen Solisten ein fester Bestandteil des Bad Sodener Kulturlebens geworden sind.“ Dr. Jürgen Frei ist Stifter und Vorsitzender der gleichnamigen Bad Sodener Musikstiftung und organisiert gemeinsam mit seiner Frau, Sabine Schaan, dieses Jahr zum zehnten Mal die „Mendelssohn Tage der Musik“.
Er spielt Geige seit dem 6. Lebensjahr bis 1960 und dann wieder seit 1981 im Orchester der GdM. 1990 wechselte er zur Bratsche. Er war 1984-2012 Vorsitzender der Gesellschaft der Musikfreunde. Sabine Schaan ist in Rom ausgebildete Opernsängerin und Musikmanagerin.
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Richard Sippl, “Schön, dass sie da sind!” Richard Sippl
“Schön, dass sie da sind!”
“Meine Familie ist 1957 nach Bad Soden gekommen, mein Vater war Glasschmelzer in der damaligen Rosenthal Fabrik. Nach meiner Lehre bin ich bei der Stadt Bad Soden untergekommen, am Anfang im Schwimmbad, ein sehr angenehmer Job. Später habe ich in die Verwaltung übergewechselt und fünf Jahre lang parallel die Verwaltungshochschule besucht. Nach der Gebietsreform wurde ich dann Inspektor für Kinder, Jugend, Soziales und Kultur und habe dieses Amt 30 Jahre lang ausgeübt. In meine Zeit fiel auch die Städtepartnerschaft mit Kitzbühel, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich habe 7 Bürgermeister erlebt und überlebt.”
Richard Sippl ist gebürtiger Österreicher und engagiert sich auch im Ruhestand unermüdlich für die Bad Sodener Kultur. Als Stadtführer für Einheimische und Gäste weiß er zu fast jedem Winkel Bad Sodens ein nette Geschichte zu erzählen.
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Judith Lanz, Lässt Kinderaugen strahlen Judith Lanz
Lässt Kinderaugen strahlen
“Das Bobby Car ist immer noch der Klassiker. Und der Teddy gehört gerade bei den Älteren als Geburtsgeschenk einfach dazu. Zu manchen Teddies, die bei uns im Laden stehen, entwickelt man ein ganz besonderes Verhältnis. Und wenn so einer dann über die Theke geht, dann nimmt man ihn vor dem Einpacken nochmal in den Arm und sagt leise auf wiedersehen.”
Judith Lanz ist Inhaberin des gleichnamigen Spielwarenladens in Neuenhain. 1980 zog sie zu ihrem Mann von Frankfurt nach Neuenhain.
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Gerd Grimm, Commissario Gerd Grimm
Commissario
“Es muss Ende der 70er Jahre gewesen sein. Der hessische Rundfunk fragte bei der Polizei an, da er ein paar Statisten für eine Tatort-Folge brauchte. Ich habe mich gemeldet und durfte dort hinfahren. Eine Szene spielte an einem Baggersee an einer Kiesgrube. Die Täter hatten die Leiche in den Kofferraum gepackt und das Auto über das Steilufer geschoben. Das Fahrzeug tauchte ins Wasser ein, ging aber nicht unter. Nur mit Hilfe von Tauchern konnte es dann nach zwei Stunden versenkt werden. Da vorne kein Motor eingebaut war, war es einfach nicht schwer genug gewesen. Mein Auftritt kam, als das Auto wieder aus dem Wasser gezogen wurde. Mit einem Kollegen ging ich zum Fahrzeug und hatte mit dem Finger auf einen Einschuss am Dach zu deuten. Eine Sprechrolle hatte ich allerdings nicht. Und damit endete auch schon meine Karriere beim Film!”
Gerd Grimm lebt seit langen im Umkreis von Bad Soden und seit über einem Jahr in unserer Stadt. Er arbeitet bei der Kriminalpolizei in Frankfurt.
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Uschi Zengeler, Trifft immer den richtigen Ton Uschi Zengeler
Trifft immer den richtigen Ton
“Was mich an Bad Soden besonders freut, ist die Entwicklung der Kulturszene in letzter Zeit. Da gibt es jetzt die Kult Kinobar und die Blues Abende jeden Mittwoch im Franky’s. Und nicht zu vergessen das Kultur-Café. Ich selbst spiele in einem Quartett mit drei anderen Saxophonspielern. Wir sind die “A quatre voix” und spielen uns durch verschiedenste Stilrichtungen – passend zum Anlass. In Oberursel spiele ich auch Jazz, Funk und Latin in einer Big Band, aber man kann mit dem Saxophon auch sehr schön Klassik spielen.”
Uschi Zengeler ist ehemalige Lehrerin und passionierte Saxophonspielerin. Sie ist in Bad Soden aufgewachsen und auf die Theodor-Heuss-Schule gegangen, so wie ihr Vater und ihre beiden Kinder.
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Thomas Müller, Let’s dance! Thomas Müller
Let’s dance!
“Die Firma Diamant gibt es seit 1873 und meine Tochter Bianca und mein Sohn Oliver sind jetzt die fünfte Generation in unserem Familienunternehmen. Unsere Schuhfabrik, damals hieß sie noch Angulus, wurde im zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben komplett zerstört. Als mein Vater Otto Müller nach einem geeigneten Grundstück außerhalb Frankfurts gesucht hat, fiel seine Wahl 1957 auf Bad Soden. Und bereits im Sommer 1958 konnten wir hier unsere Arbeit aufnehmen. Im Jahre 1982 haben wir uns schließlich auf die Herstellung von Tanzschuhen spezialisiert, die wir heute in 40 Länder liefern. Unsere Schuhe werden nicht nur in Tanzschulen sondern auch in Fernsehshows, auf Filmfestspielen, am Theater, in Opernhäusern, auf Musicalbühnen und sogar auf Kreuzfahrtschiffen getragen. Seit 5 Jahren wollen auch Bräute zunehmend weiße Tanzschuhe haben, weil die viel bequemer sind und nach der Hochzeit einfach umgefärbt werden können.”
Thomas Müller führt gemeinsam mit seinem Sohn Oliver die Diamant Schuhfabrik. Das weltweit tätige Unternehmen produziert alle Schuhe in Bad Soden.
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Anoop Kumar, Namaste Anoop Kumar
Namaste
“Ich bin vor acht Jahren nach Deutschland gekommen und habe hier professionell kochen gelernt. Deswegen beherrsche ich die deutsche Küche auch viel besser als die indische. Aber meine Frau kann hervorragend indisch kochen!”
Anoop Kumar ist Chefkoch im Maximilian’s Restaurant. Seine Heimat liegt in der Punjab Region in der Nähe des Golden Temple in Nordindien.
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Ulrike und Naomi Zöller, Synchros Ulrike und Naomi Zöller
Synchros
“Oma Mia Heckert hat die Synchronschwimmgruppe 1957 gegründet. Das Abendschwimmfest war damals im Ersten Sodener Schwimm-Club der alljährliche Höhepunkt und da hatte sie die Idee, mit einem Kunstschwimm-Bilderreigen aufzutreten. In Amerika war Kunstschwimmen zu der Zeit schon bekannt, aber in Deutschland gehörte der ESSC zu den Pionieren. Der damalige Vorsitzende des Schwimmclubs hatte festgestellt, dass es da ja auch deutsche Meisterschaften gab. Dort ist die Gruppe dann auch hingefahren und zu dem Zeitpunkt war sogar schon meine Mutter Christa Bender dabei. Heute gehen unsere Jugendlichen mit ihrer Trainerin Annette Gäßler zu Wettkämpfen auf deutscher Ebene und die Masters sogar zu europäischen und Weltmeisterschaften.” “Am Anfang muss man einige Paddeltechniken lernen, sonst säuft man gnadenlos ab. Es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Es hilft, wenn man schon einmal Ballett gemacht hat und damit die notwendige Körperspannung mitbringt. Idealerweise fängt man bei Interesse gleich mit Eintritt in die Grundschule mit dem Synchronschwimmen an.”
Ulrike Zöller und ihre Tochter Naomi sind die dritte bzw. vierte Generation von Synchronschwimmerinnen in ihrer Familie. Seit 2007 trainiert Ulrike auch die Sodener Nachwuchs-Synchros.
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Dr. Christiane Schalles, Abstauberin Dr. Christiane Schalles
Abstauberin
„Wir bekommen viele alte Gegenstände angeboten. Der Kolonialwarenladen aus der Zeit um 1910 war ein besonderes „Geschenk“. Er stand in Neuenhain, original erhalten, und konnte für das Stadtmuseum als Dauerleihgabe gewonnen werden. Nach einem Aufruf in der Zeitung spendeten viele Bad Sodener historische Einrichtungsgegenstände für den Laden, darunter auch Emaille-Schilder, die einst in einem anderen Neuenhainer Krämerladen hingen. Das bürgerschaftliche Engagement in Bad Soden ist erstaunlich. Ich gehe auch persönlich zu vielen Leuten nach Hause und begutachte das Angebotene. Letztes Jahr schenkte mir eine Dame, die einst ein Café in Bad Soden betrieb, ein vollständiges Tee-Service mit Abbildungen von Kureinrichtungen, wie Badehaus und Inhalatorium. Jetzt schmückt es unser neu eingerichtetes Kurzimmer im Museum.“
Dr. Christiane Schalles ist seit fast fünf Jahren Leiterin des Stadtmuseums und Stadtarchivs im historischen Badehaus. Zahlreiche historische Gegenstände, die dem Bad Sodener Köpfe-Projekt als Dekoration dienen, wurden von dort entliehen.
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Ulrike Niederreiter, Arabesque Ulrike Niederreiter
Arabesque
“Ich war 23 und wir haben Titus Feuerfuchs (“Liebe, Tücke und Perücke”) am Staatstheater Saarbrücken aufgeführt. Ich spielte die Fee, die dem Titus, der wegen seinen roten Haaren immer gehänselt wurde, eine schwarze Perücke schenkte. Und damit war er dann der Liebling von allen. Bis eben herauskam, dass er eine Perücke trug, da wurde er dann verhauen. Zum Schluß hat er aber seine kleine Salome, die auch rote Haare hatte, bekommen. Er machte ihr einen Heiratsantrag und diese willigte ein.”
Ulrike Niederreiter ist die Inhaberin der gleichnamigen Ballett Schule. Sie ist Dipl. Ballettpädagogin und Choreographin und hat mit ihren über 5000 Eleven seit 1986 unzählige ausverkaufte Ballettaufführungen veranstaltet.
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Anja Kornmann, Goldmarie Anja Kornmann
Goldmarie
“Seit 1968 haben wir unser Geschäft an der gleichen Stelle in Bad Soden. Früher war das der Bauernhof der Familie, auf dem auch mein Vater geboren wurde. Bis wir vor einigen Jahren die Fassade renoviert und den alten Wein entfernt haben, dachten wohl viele, wir wären ein Bestattungsinstitut. Jetzt ist der Wein weg und auch die Sodener finden mit ihren Bildern den Weg zu uns. Ein ganz besonderer Auftrag war die Rahmung des offiziellen Portraits Papst Benedicts vor einigen Jahren. In der FAZ gab es einen großen Bericht, der Papst sei zum Rahmen in Frankfurt. War er aber nicht, er war in Bad Soden. Bei uns.”
Anja Kornmann führt gemeinsam mit ihren Eltern Klaus und Charlotte sowie Ehemann Henrik das Rahmengeschäft in der Niederhofheimer Straße, ein traditionelles Kunsthandwerkunternehmen, von denen es nur noch ganz wenige in Deutschland gibt. Sie lebt seit 1971 in Bad Soden und wollte nie weg.
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Jos Ebbelaar, Magische Hände Jos Ebbelaar
Magische Hände
“Bei Fußball-Länderspielen ist die Familie natürlich auf Seiten der Holländer, aber so oft spielen die ja nicht gegen Deutschland. Und wenn dann Holland draußen ist, drücken wir natürlich den Deutschen die Daumen. Ich assoziere Ereignisse meistens mit gewissen Fußballturnieren. Aber über 1974 möchte ich jetzt nicht reden.”
Jos Ebbelar kommt ursprünglich aus Holland und behandelt als Krankengymnast seit rund 20 Jahren die Bad Sodener Körper und Köpfe. Für die Jüngeren, die mehr über Fußball 1974 erfahren möchten, sei Google empfohlen. Im Gespräch konnte sich dieser sympathische Bad Sodener Kopf an nichts mehr erinnern.
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Harald Fischer, Grüner Eintracht Fan Harald Fischer
Grüner Eintracht Fan
“2005 habe ich angefangen, mich für Fußball zu interessieren, weil meine Söhne zur Eintracht wollten. Und dann bin ich richtig Fan geworden und auch zu allen Auswärtsspielen gefahren. Schon als 10-jähriger habe ich in Bad Soden demonstriert. Damals durften Kinder nicht auf die Grünflächen der Bad Sodener Parks. Wir fanden das einfach ungerecht. Ich habe Pappschilder gemalt und bin mit 20 Kindern ordentlich demonstrierend, auf dem Weg nicht auf der Wiese, losgezogen. Leider haben wir nichts erreicht und uns auch nicht auf die Wiese getraut. Später hat es sich aber dann doch informell durchgesetzt. Steter Tropfen höhlt den Stein.”
Harald Fischer lebt seit 1964 mit einer kurzen Unterbrechung in Bad Soden und ist Vater, Politiker und Eintracht Fan. Bei der Bürgermeisterwahl 2015 am 13. September 2015 trat er als der Kandidat der Grünen an.
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Marianne Nelson, Keine Angst vor Bienen Marianne Nelson
Keine Angst vor Bienen
“Ich habe in Kirchhain bei Marburg meine Imkerausbildung gemacht. Dort hat man die Theorie gelernt und zuhause habe ich dann gesehen, wie es in der Praxis funktioniert. Mein erster Honig wurde gleich ein Kastanienhonig, ein dunkler, flüssiger Honig, was mich sehr gefreut hat. Im Bienenstaat funktioniert einfach alles und jeder kennt seine Rolle. Erst später habe ich durch einen Bienenstich gemerkt, dass ich dagegen allergisch bin, aber da wollte ich nicht mehr aufhören mit meinem Hobby. Dieses Jahr wurde ich bisher nur einmal gestochen und ein Gegenmittel habe ich jetzt immer dabei.”
Marianne Nelson ist passionierte Imkerin und lebt seit 1949 in Neuenhain und seit einem Jahr wieder in ihrem Elternhaus. In diesem einst von ihrem Großvater erbauten Haus war damals ein 'Kolonialwarenladen', der jetzt im Stadtmuseum zu sehen ist.
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Sascha Turek, Neuehaaner Kerbeborsch Sascha Turek
Neuehaaner Kerbeborsch
“Leider gibt es die Kerb in Bad Soden und Altenhain seit Jahren nicht mehr. Aber in 2016 wollen die Kerbeborschen in Altenhain wieder eine aufbauen. Das freut uns natürlich, weil uns aktuell ein Rivale fehlt. Das Necken untereinander gehört einfach dazu. Man ist auch ernster bei der Sache, wenn die Gefahr besteht, dass unsere Puppe vom Nachbardorf geklaut wird.”
Sascha Turek ist Physiotherapeut und lebt seit 23 Jahren in Neuenhain. Die Neuehaaner Kerb zählt derzeit 31 Kerbeborsch und 15 Petzküh. Um die Sicherheit der Puppe auf Jahre zu garantieren, sind neue Mitglieder herzlich willkommen.
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Peter Elzenheimer, Lebt mit Kunst Peter Elzenheimer
Lebt mit Kunst
“Kunst sollte nicht nur auf den Altar gestellt werden. Es ist wichtig, dass man mit der Kunst auch lebt. Skulpturen sollten mitten im Raum stehen, so dass man sie berühren kann. Mein Lieblingsgegenstand ist ein abstraktes Gemälde von einer Künstlerin, das wir vor 30 Jahren privat erworben haben. Sie hat zwar nie den internationalen Durchbruch geschafft, aber es ist ein Werk, das uns heute noch jeden Tag begeistert. Wenn jemand Kunst erwirbt, sollte er Spaß und Freude daran haben. Er sollte nicht vordergründig an die Geldanlage denken, sondern täglich Freude an dem erworbenen Werk haben.”
Peter Elzenheimer ist Galerist & Kunsthändler und Bad Soden durch die Stadtgalerie im Badehaus und die Galerie an der Ecke Brunnenstraße/Zum Quellenpark seit 2008 verbunden.
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Frank Bender, O-genki desu ka? Frank Bender
O-genki desu ka?
“Mein Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, der auch Vorsitzender vom dortigen Auslandsamt war, hatte mich gefragt, ob ich im Rahmen des „Japan Exchange and Teaching Programme“ nach Japan gehen möchte. Er hatte eine Anfrage der japanischen Botschaft erhalten. Ich müsse mich allerdings sofort entscheiden. Nach 5 Minuten sagte ich “ja” und bin als Schwimm- und Sportlehrer für zwei Jahre nach Japan gegangen. Für einen Lehrer war die Arbeit in Japan sehr interessant und angenehm zugleich. Der „Sensei” gilt als Respektsperson mit Vorbildwirkung. Hier lernte ich auch meine Frau kennen, sie kommt aber von der musischen Seite und ist Klavierlehrerin.
Frank Bender ist Gründer der Schwimmschule Genki und lebt seit seiner Geburt, mit Ausnahme der Studien- und Japanjahre, in Bad Soden. Sein Vater war von 1992 bis 2004 der erste direkt gewählte Bürgermeister von Bad Soden.
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Simone Kreisel, Hat tatsächlich Füße Simone Kreisel
Hat tatsächlich Füße
“Von den Kunden kenne ich 9 von 10 mit Namen und es ist sehr schön, die dazugehörigen Kinder aufwachsen zu sehen. Manchmal wollen die Eltern gar nichts kaufen, aber trotzdem stehen die Kinder bei uns im Laden und wollen ihre Gelb- oder Fleischwurst. Und wenn die Kinder mich dann mal außerhalb des Geschäftes sehen, zum Beispiel auf einem Fest, dann sind die ganz erstaunt und sagen, die Simone hat ja auch Füße und die hat ja die Haare offen!”
Simone Kreisel ist Fleischereifachverkäuferin in der Metzgerei Wüst. Sie kommt ursprünglich aus der Oberlausitz und lebt seit 18 Jahren in Bad Soden.
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Linda Pastor-Moreno, We Want You! Linda Pastor-Moreno
We Want You!
“Ich bin ursprünglich über die Rettungshundestaffel zur Feuerwehr gekommen und aktuell stellvertretende Minifeuerwehrwartin. Die Minifeuerwehr ist eine eigene Abteilung, in der sechs- bis zehnjährige auf die Themen Gefahrenerkennung und –verhütung sensibilisiert werden. Darüberhinaus steht aber auch dort Kameradschaftsgeist an erster Stelle. Derzeit haben wir 25 Kinder, mit denen wir uns alle zwei Wochen treffen. Wir suchen aber auch ständig neue Kollegen für den Feuerwehrdienst. Wir haben viele Quereinsteiger, bestimmte Vorkenntnisse sind nicht notwendig, da man von den Kameraden sehr gut angelernt wird. Daneben gibt es viele Zusatzausbildungen, die man über die Jahre durchläuft. Unsere Arbeit ist ehrenamtlich, wer mitmachen will braucht vor allem Teamgeist und Biss. Wie man sich bei uns bewirbt? Man kommt einfach am Donnerstag um 19h30 in den Übungsdienst in die Feuerwache Hunsrückstraße!”
Linda Pastor-Moreno ist Tierarzthelferin und Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr. Sie lebt seit 2010 in Bad Soden.
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Silvia Ströhmann, Isst konsequent Silvia Ströhmann
Isst konsequent
“Durch das Thema Reformhaus habe ich mich natürlich berufsbedingt schon lange mit gesunder Ernährung beschäftigt aber es nie konsequent für mich verinnerlicht. Letztes Jahr hat es dann aber Klick gemacht. Der Auslöser war ein fürchterliches Foto von mir auf einer Geburtstagsfeier. Zuerst dachte ich noch, der Fotograf hat mich einfach schlecht aufgenommen, aber eine Freundin hat mir glücklicherweise reinen Wein eingeschenkt. Unmittelbar danach habe ich meine Ernährung umgestellt und jetzt, ein Jahr später, 20 Kilo abgenommen. Mein Mann ist ganz glücklich mit meiner neuen Kleidergröße aber er sagt mir ohnehin immer 'Ich liebe dich, so wie du bist'."
Silvia Ströhmann ist Filialleiterin im Reformhaus Freya und lebt seit 2000 in Bad Soden.
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Genki Hatchiko vom Ilmenautal, Schlepper Genki Hatchiko vom Ilmenautal
Schlepper
"Genki entstammt einer Generationen übergreifenden Schlepperbande aus der Umgebung Lüneburgs und geht seiner Berufung mit viel Enthusiasmus nach. Nicht immer stößt er dabei auf das Verständnis seiner Mitbewohnerinnen, bei denen die Suche nach verschleppten Schuhen nur wenig Begeisterung auslöst. An Bad Soden liebt er besonders die Parks, den Sulzbach, die Apfelbaumwiesen und Wälder der Umgebung. Sein Lieblingsort ist deshalb das Altenhainer Tal, in dem er jede freie Minute verbringt."
Genki ist begeisterter Waldläufer und Schwimmer und lebt seit 2008 in Bad Soden. Zur soliden Finanzlage seiner Heimatstadt trägt er mit erheblichen Steuerzahlungen bei.
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Dr. Hans Günter Weimar, Kennt keinen Schmerz Dr. Hans Günter Weimar
Kennt keinen Schmerz
“Mit Vampiren teile ich die Liebe zu starken Zähnen. Die Begeisterung für schöne Zähne wurde schon in meiner Kindheit durch die väterliche Praxis in unserem Haus geweckt. Mittwochs durfte ich mit ihm sein Labor besuchen. Hier hat mich die Kunst der Zahntechnik fasziniert und außerdem bekam ich immer was zu naschen.”
Dr. Hans Günter Weimar ist Zahnarzt und lebt seit 1994 in Bad Soden. Er ist bekannt für besonders sanfte Behandlungsmethoden.
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Inge Kalbfleisch, Die zweite Hand Inge Kalbfleisch
Die zweite Hand
“Ich bemühe mich stets, ein ansprechendes Sortiment internationaler Mode anzubieten, so dass ich meinen Kundinnen sagen kann “Willkommen zur kleinen Goethestraße in Bad Soden“.
Inge Kalbfleisch ist die Inhaberin der TREND Second-Hand-Boutique, die sie 1996 eröffnet hat. Seit 10 Jahren wohnt sie auch in Bad Soden.
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Erika Klügling, Weil Blumen glücklich machen Erika Klügling
Weil Blumen glücklich machen
“Als Kind war ich oft im Blumenladen und habe Alpenveilchen für 50 Pfennig für meine Mutti gekauft. Es gibt ja viele Meisterschaften in der Floristik, bei denen nicht nur Blumenhüte sondern auch ganze Kleider aus Blumen hergestellt werden. Unsere Kunden kommen oft mit Spezialwünschen und das ist für uns immer sehr reizvoll, weil man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Und so wie meine Schwester leckere Fruchttorten backt, machen wir das mit Blumen. Kann man zwar nicht essen, sehen aber sehr gut aus und riechen gut. Und unsere Torten haben keine Kalorien!”
Erika Klügling ist Inhaberin des gleichnamigen Blumenlädchens. Sie wohnt seit 2000 in Bad Soden und hat aus dem Rheinland ihre Frohnatur mitgebracht.
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Anja Klügling, Die Braut, die sich nicht traut Anja Klügling
Die Braut, die sich nicht traut
“Ich habe bestimmt schon 3000 Hochzeitstorten mit meinen Brautpaaren entworfen und gestaltet. Oft sitzt auch die Schwiegermutter mit ihrer geballten Lebenserfahrung mit am „Reißbrett". Wenn auf der Hochzeitsterrasse alles schön in weiß eingedeckt ist, und dann die Hochzeitstorte mit Feuerwerk und lauter Mendelssohn Musik ihren großen Auftritt hat, hoffe ich und freue mich, wieder einen Beitrag für das Glück eines jungen Paares geleistet zu haben.“
Anja Klügling ist die Inhaberin vom Café Merci und lebt seit 1988 in Bad Soden. Sie hat noch nie geheiratet.
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Dick Byer, Im Gleichgewicht Dick Byer
Im Gleichgewicht
„Sind sie Engländer?“ fragen die meisten. „Nein, ich bin ein Neuenhainer.“ „Aber, dein Akzent ist so komisch!“ „Ich komme ja auch aus Rochester, State of New York. Hier in Soden bin ich seit 1991.“ „So lange! 24 Jahre. Was machst du hier?“ „Was ich will. Ich bin Pensionär und Künstler. Manchmal stelle ich meine Kunst aus und ich organisiere das Kultur-Café. Und jeden Samstag bin auf dem Sodener Wochenmarkt an Günther Eichlers Weinstand. Auch ein Teil der Kulturszene.“
Dick Byer lebt seit 1991 Bad Soden und bereichert unsere Kulturszene mit vielfältigen Aktivitäten.
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Dr. Frank Weitendorff, Medicus Dr. Frank Weitendorff
Medicus
“Ich habe die ersten Kinder in Bad Soden mit auf die Welt gebracht. Damals hat man mit einem Holzstetoskop den Herzschlag des Ungeboreren im Bauch hervorragend wahrnehmen können. Ich bin ja Zeitzeuge vieler enormer Entwicklungen in der Medizin. Wir hatten damals nicht soviele Apparaturen. Nachdem meine Praxis am Nikolaustag 1993 hochgebombt wurde, stand ich von jetzt auf gleich auf der Strasse. Da gab es zwei Alternativen: Ich gehe in Frührente oder ich starte nochmal durch. Ich bekam ein sehr freundliches Angebot von einem Patienten, seine leere Wohnung in der Brunnenstrasse zu nutzen. Da habe ich dann am nächsten Tag das Telefon hin umlegen lassen, meine Mannschaft und ich haben uns auf den Fußboden gesetzt und wir haben versucht, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Einen Monat später bot mir Dr. Jürgens an, einen Teil seiner Praxis vorübergehend mitzunutzen, und nach einem halben Jahr konnte ich eine neue Praxis beziehen."
Dr. Frank Weitendorff ist pensionierter Internist und arbeitet seit 1979 in Bad Soden. Im Gespräch bezieht er sich auf den Sprengstoffanschlag von 1993 auf einen Gebäudekomplex in der Alleestrasse, hinter dem die chinesische Mafia vermutet wurde. Der Arztkoffer stammt übrigens von Dr. Otto Karl Emil Thilenius (1843-1927), Mitgründer des ersten Sodener Inhalatoriums im Alten Kurpark in Jahr 1884. Der Zylinder gehörte einst dem Sanitätsrath Dr. Georg Thilenius (1830-1885), von dem die Initiative zum Bau des Badehauses ausging. Beide Objekte sind im Stadtmuseum zu begutachten.
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Uwe Kirschner, George Lucas Look-alike Uwe Kirschner
George Lucas Look-alike
“Als ich als Optiker in den 70er Jahren anfing, war die Kassenbrille noch modern. Die war oben dunkel und unten hell, und wahrscheinlich hatte sie jeder in unserer Generation einmal. Ende der 70er wurden die Brillen plötzlich riesig, es war die Hippie Zeit. Dann kamen die Modelabels, unter denen eine Vielzahl von neuen Brillenformen und -farben auf den Markt gebracht wurde. Wenn auf dem Hemd ein Krokodil war, dann mußte das auch auf der Brille sein. Die John-Lennon-Brille hat eine echte Vorreiterfunktion gehabt. Und schon in den 60er Jahren sprach man von der Jackie-Kennedy-Sonnenbrille. Ganz berühmt wurde auch die von Kevin Kostner in “JFK”. Und es gab die Matrix-Brille, aber die fiel immer runter und hatte keinen guten Tragekomfort.”
Uwe Kirschner ist Inhaber des gleichnamigen Augenoptikergeschäftes und arbeitet seit 25 Jahren in Bad Soden.
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Vittorio Demasi, Glücklichmacher Vittorio Demasi
Glücklichmacher
“Die angenehmsten Kunden sind die, die dich danach vor Freude umarmen und drücken. Diejenigen, die innerlich glücklich sind, weil wir sie schön gemacht haben. Das haben wir öfter – nicht nur bei Bräuten. Das ist unschlagbar das Schönste an meinem Job.”
Vittorio Demasi ist Friseurmeister und Inhaber des Haarstudios New Image. Er ist in Bad Soden geboren, arbeitete später in Frankfurt und ist seit 2004 wieder hier.
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Michael Napp, Karnevalustich Michael Napp
Karnevalustich
“In unserem Elferrat sind wir 19 und nur Männer. Wir sind jahrelang rumgezogen und haben Mädels angequatscht, ob sie nicht mal Prinzessin werden wollen. Mittlerweile ist es so, dass die Mädels in unserer Garde es untereinander ausmachen, wer für das Jahr Prinzessin wird. Letztes Jahr hatten wir einen Prinzen gewählt, aber der wollte nicht in Strumpfhosen herumlaufen, deswegen ist er dann eben Hofnarr geworden.”
Michael Napp ist Spielleiter der Sodener Karneval Gesellschaft und Inhaber des gleichnamigen Haushaltswarengeschäftes. Er lebt seit 1977 in Bad Soden.
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Joachim Schrod, Schutzpatron Joachim Schrod
Schutzpatron
“Ich war ganz gut in Chemie und Biologie, aber Arzt wollte ich nicht werden, denn ich kann kein Blut sehen. Also habe ich Pharmazie studiert. Wir sind ja nicht nur Medikamtenverkäufer sondern gleichzeitig noch Psychologen, Seelsorger und Ansprechparter für Hilfe in allen Fällen. Außer dem Pfarrer hat ja keiner mehr Zeit.”
Joachim Schrod ist Apotheker und seit 2004 Inhaber der Quellen-Apotheke.
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Ingo Heise, Lässt stolpern Ingo Heise
Lässt stolpern
“Die Stolpersteine sollen an alle Verfolgten des Nationalsozialismus erinnern, egal aus welchem Grund sie vertrieben oder ermordet wurden. Jeder Name, jede Lebensgeschichte wird intensiv recherchiert bevor wir einen neuen Stein legen. So war es auch bei der Recherche für die ersten sechs Stolpersteine, die wir letztes Jahr verlegt haben. Bei der Familie Isserlin und ihrer Haushälterin Mina Grünebaum hätten wir fast das falsche Haus als „letzten frei gewählten Wohnort“ verortet. Aber unsere Recherche führte uns zu Ruth Baum, eine geborene Isserlin, die in Bad Soden aufgewachsen und für die ja einer der Stolpersteine bestimmt war. Sie half uns, das richtige Haus zu finden. Die Verlegung selbst erlebte sie nicht mehr, da sie kurz davor verstarb. Ihre Tochter und ihr Neffe kamen zur Verlegung nach Bad Soden und es war eine bewegende Zeremonie.“
Ingo Heise ist Stadtrat und Mitbegründer der AG Stolpersteine. Er wohnt seit 2009 in Bad Soden. Die Stolpersteine sind in der Hasselstraße 20 und Zum Quellenpark 6 zu finden.
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Rasa Vilgalys-Hiob, Ausländerin Rasa Vilgalys-Hiob
Ausländerin
“Ich war immer und überall eine Ausländerin. Meine Eltern sind beide aus Litauen. Während der stalinistischen Diktatur mussten sie flüchten und kamen zunächst nach Deutschland. Meine Mutter ist mit 16 Jahren nach Kanada ausgewandert, und mein Vater später nach Amerika. Durch litauische Freunde haben sie sich in Amerika kennengelernt. Ich bin in New York geboren. Aber zuhause haben wir nur litauisch gesprochen, wir sind in litauische Sommercamps gegangen und zur litauischen Schule jeden Samstag. Damals war es mir peinlich, wenn meine Eltern mich von der Schule abholten und mit mir litauisch vor den anderen Kindern redeten. Heute ist es cool, anders zu sein. In der Schule in Bad Soden sind die Kinder heute stolz darauf, multikulti zu sein.”
Rasa Vilgalys-Hiob lebt seit 1997 in Bad Soden und ist seit 2010 die Ausländerbeauftragte der Stadt. Gemeinsam mit dem Ausländerbeirat erleichtert sie die Integration von Migranten auf ihre praktische und humorvolle Art. Einem Außerirdischen ein Zuhause zu finden, würde ihr wahrscheinlich auch nicht schwerfallen...
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Julia Halbritter und Sebastian Nagy, Großes Kino Julia Halbritter und Sebastian Nagy
Großes Kino
“Das Bad Sodener Kino gibt es schon seit über 50 Jahren. Wir haben es seit 2013 gepachtet und wollen hier, zusätzlich zu dem Kinobetrieb, einen Ort der kulturellen Begegnung und eine Bühne für Kleinkunst anbieten. Dabei helfen uns viele großartige Menschen aus Bad Soden und Umgebung. Ich war früher Theaterleiter von zwei Kinos in Sachsenhausen. Der Kinobetrieb in Bad Soden ist aber viel persönlicher als in Frankfurt. Man kennt viele Besucher namentlich und weiß, wo sie gerne sitzen und was sie trinken möchten. Wir haben uns auch im Kino kennengelernt. Als Theaterleiter habe ich das erste Bewerbungsgespräch meines Lebens mit Julia geführt und sie dann auch eingestellt. Sie studierte damals Germanistik und wollte “zum Film”. Damals war ich Chef, jetzt ist sie es.”
Julia Halbritter und Sebastian Nagy sind die Betreiber der Kult Kinobar und arbeiten seit 2013 in Bad Soden. Übrigens forderte ihre zwei Monate alte Tochter Paula während der Fotoaufnahmen lautstark ihr Mittagessen ein, was sicherlich sehr half, einen besorgten Gesichtsausdruck auf die Köpfe ihrer gefesselten Eltern zu projezieren..
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Melanie Zimmermann, Kunterbunt Melanie Zimmermann
Kunterbunt
“Mit Marja-Lena Jacobi habe ich die interkulturelle Jugendbegegnung ‘Buntes Zuhause’ gegründet. Am Anfang dachten wir, dass vielleicht 10 Leute kommen würden, aber dann waren wir gleich 30 und inzwischen sind wir 50. Wir haben jeden zweiten Montag ein Treffen im Jugendcafé, wo wir kochen und Deutsch lernen. Kürzlich gab es albanische Küche und einer der Teilnehmer hat seine Heimat Kasachstan vorgestellt. Man denkt immer, dass wir den Leuten etwas beibringen, wenn die montags zu uns kommen, aber eigentlich sind wir es, die viel mehr davon haben. Ich habe gemerkt, dass ich mich seitdem kaum mehr beschwere, weil ich gemerkt habe, wie glücklich ich doch bin, und dass man sich doch eigentlich meistens nur über Kleinigkeiten aufregt.”
Melanie Zimmermann ist frisch gebackene Abiturientin und lebt seit 1997 in Bad Soden. Derzeit arbeitet sie in einem Kinderheim in Uganda.
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Suvada Pjanic, Gedächtniskünstlerin Suvada Pjanic
Gedächtniskünstlerin
“Die Kunden sagten mir immer, dass ich mal zu “Wetten, dass... ?” gehen sollte, weil ich keinen Zettel und keinen Namen brauche. Wenn jemand bei mir reinkommt, weiß ich sofort, was wem gehört. Das ist bei mir einfach so. Gut, dass es die Sendung nicht mehr gibt, sonst hätten mich meine Kunden womöglich wirklich dort hingeschickt!” Ich war immer gut in der Schule, mußte nie was lernen. Eigentlich habe ich ein anderes Fach gelernt, ich bin vollausgebildete Apothekergehilfin. Aber dann kam der Krieg und ich mußte weg. Und jetzt hier, und ich sage nicht “leider”, hat sich eben alles so ergeben. Mit Familie, Arbeit und Sprache lernen, konnte ich eben nicht alles auf einmal machen. Aber ich bin sehr glücklich. Und seit 6 Jahren gehört mir der Laden. Aber erzählt jetzt nicht, dass ich die Chefin bin!”
Suvada Pjanic kommt ursprünglich aus Sarajewo und arbeitet seit 10 Jahren in Bad Soden. Sie ist Inhaberin der Textilpflege Euroflott.
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Hannah Krieger, Dancing Queen Hannah Krieger
Dancing Queen
“Seit 7 Jahren bin ich Trainerin einer Gruppe, mit damals noch sehr jungen Tänzerinnen, und da habe das Choreographieren für mich entdeckt. Wir haben vor 5 Jahren im Turniergeschehen ganz unten angefangen und sind dann immer ein bißchen höher gerutscht, aber ohne größeren Erwartungsdruck. Ich denke, deswegen waren wir auch so erfolgreich. 2014 sind wir Hessen- und Deutscher Meister im Schautanz Charakter geworden. Und 2015 wurden wir zusätzlich Europameister. Das war schon Wahnsinn. Gewinnen ist das eine und macht Spaß, aber die Freude am Tanzen sollte immer im Vordergrund stehen.”
Hannah Krieger ist Trainerin der Tanzsportabteilung der TSG 1885 Neuenhain und lebt seit 1993 in Bad Soden Neuenhain.
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Norbert Altenkamp, Unplugged Norbert Altenkamp
Unplugged
“Wenn ich am Wochenende die Gasse an unserem Eckhaus kehre, habe ich mitunter die interessantesten und intensivsten Kontakte mit den Bürgern. Ich werde oft angesprochen, wenn die Leute zum Bäcker gehen und ich gerade mit meinem Hexenbesen die Zigarettenstummel wegfege. Als im November 2013 die ersten Flüchtlinge ankamen und in dem Nachbarhaus untergebracht wurden, war denen schnell klar, wer der Nachbar ist, nämlich der Bürgermeister. Yosef, der Küster, wurde losgeschickt, um eine Frage an mich zu stellen. Die Flüchtlinge waren irritiert, dass ein 'Häuptling' selber eine so niedere Tätigkeit macht. Sie fragten, ob sie das nicht für mich machen könnten. Da habe ich denen gesagt, “Erste Lektion in Landeskunde: Jeder hat vor seiner Haustüre zu kehren, egal ob er jetzt ein Boss ist oder eben der “normale” Bürger. Wir machen das anders: Ich gebe euch einen Besen, mache meine Seite der Gasse und ihr macht eure Seite’. Und so haben wir das auch beibehalten.”
Norbert Altenkamp ist Bürgermeister von Bad Soden und lebt hier seit 2003. Die Gasse an seinem Haus darf er seit 2007 kehren.
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Dr. Gerda Schaafhausen, Aquarellistin Dr. Gerda Schaafhausen
Aquarellistin
“Ich habe bei Willibald Demmel am Chiemsee angefangen zu aquarellieren und dann verschiedene Aktkurse hier gemacht. Akt gefällt mir eigentlich nicht so sehr, aber es übt.”
Dr. Gerda Schaafhausen hat früher als Ausbilderin in der physikalischen Chemie in Darmstadt gearbeitet und lebt seit 1960 in Bad Soden.
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Yosef Ghebrehiwet, Wanderer zwischen zwei Welten Yosef Ghebrehiwet
Wanderer zwischen zwei Welten
“Kurz nach Ende meiner Schulzeit wurde die Armee des Königs von Äthiopien ins Gefängnis geworfen und russische Soldaten kamen zu uns. Bei uns Studenten ging ja alles immer spontan, einer rief, wir demonstrieren jetzt gegen die Russen, und dann haben wir das gemacht. Aber dann fingen die Russen an, auf uns zu schießen und wir sind gerannt. Ich hatte Glück und konnte in den Sudan flüchten. Meine Mutter hat mir dann meinen Ausweis und etwas Geld gebracht. Und mit 350 Mark bin ich kurze Zeit später in Deutschland angekommen.”
Yosef Ghebrehiwet ist Küster bei der evangelischen Kirchengemeinde und lebt seit 1992 in Bad Soden. Als “Papa Yosef” bei den in Bad Soden lebenden Flüchtlingen bekannt, ist er ein wichtiges Bindeglied für ein verständnisvolles Miteinander.
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Dieter Neumann, Vogelwächter Dieter Neumann
Vogelwächter
“Habichte sind durch die Jagd stark bedroht und stehen unter besonderem Schutz. Deswegen ist der Habicht auch zum Vogel des Jahres 2015 gewählt worden und bei uns im Wasserturm gibt es dazu eine interessante Ausstellung. Das hier ist ein Jungtier, zu erkennen am gefleckten Kleid. Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen, was meine Schulklassen immer sehr erstaunt.”
Dieter Neumann ist zweiter Vorsitzender des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Ortsgruppe Bad Soden am Taunus und lebt seit 1933 (mit Unterbrechungen) in Bad Soden.
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François Jacoulot, Schenkt reinen Wein ein François Jacoulot
Schenkt reinen Wein ein
"Ich habe meine Frau bei einer Weinprobe im Südburgund kennengelernt und dachte eigentlich, sie wäre Französin, aber es war eine Deutsche. Sie hat dort in dem Weingut gearbeitet. Das war zwei Tage vor meiner Armeezeit. Und dann habe ich gesagt, ich schreibe dir einen Brief und wir bleiben in Kontakt. Und nach meiner Armeezeit 1991 hatte ich die Wahl, freiwillig in den Kosovo oder zu diesem Mädchen zu gehen. Ich war damals Fahrer für einen General und den habe ich gefragt, Herr General, soll ich in den Kosovo gehen oder nach Deutschland? Und er hat gesagt, geh lieber zu deinem Mädchen nach Deutschland. Und so bin ich hierher gekommen."
François Jacoulot ist studierter Önologe aus dem Südburg und lebt mit seiner Familie seit 1999 in Bad Soden.
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Riccardo Carcione, Schallplattenalleinunterhalter Riccardo Carcione
Schallplattenalleinunterhalter
“Auf einer Hochzeit, bei der ich aufgelegt habe, waren um 11h morgens noch 40 Gäste auf der Tanzfläche.”
Riccardo Carcione ist Disc Jockey und lebt seit 1979 in Bad Soden.
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Stephan Gogl, Fischers Fritz Stephan Gogl
Fischers Fritz
"Ich bin gebürtiger Hamburger und daher war die Idee mit dem Fischladen naheliegend. Jeder hat mir davon abgeraten, es würde nicht funktionieren. Aber wir hatten von Beginn an eine gute Resonanz und seitdem wir, auf Wunsch unserer Gäste, vor drei Jahren angefangen haben abends aufzumachen, ist es immer voll."
Stephan Gogl ist der Inhaber der Fisch Factory und lebt (mit Unterbrechungen) seit 1987 in Bad Soden.
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Willi Müller, Kartoffelheld Willi Müller
Kartoffelheld
"Ich bin seit meiner Kindheit im Frankfurter Hof. Es ist mein Elternhaus. Während die anderen im Kindergarten waren, bin ich immer abgehauen und nach Hause gerannt. Ich habe schon damals als Bub in der Wirtschaft mitgemischt und den Leuten einen Schoppen Äppelwoi hingestellt. 1976 habe ich mit meinem Vater noch das 90-jährige Bestehen ausgerichtet, vier Wochen später ist er gestorben. Aber er hat sich gefreut, dass wir nochmal so schön gefeiert haben."
Willi Müller ist der Inhaber des Frankfurter Hofs und lebt seit 1934 in Bad Soden.
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Dieter Färber, Ist organisiert Dieter Färber
Ist organisiert
"Ich bin ‘ne Kölsche Jung, aufgewachsen direkt am Hafen. Warum ich nach Bad Soden gegangen bin? Weil ich es so liebenswert fand. Es ist hier klein aber die Stadt hat trotzdem eine gewisse Urbanität. Es ist alles vor Ort. In meinem Leben kann ich doch nur eins noch tun, alles mir so angenehm wie möglich zu machen. Und dazu gehört auch Bad Soden."
Dieter Färber ist Geschäftsführer des Maximilian's Restaurants und lebt seit 2009 in Bad Soden.
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Robert Holl, Bringt Farbe in sein Leben Robert Holl
Bringt Farbe in sein Leben
"Unser Logo ist über Nacht entstanden. Wir haben uns mit einem Grafikdesigner hingesetzt und ihm gesagt, dass wir uns heute abend etwas einfallen lassen müssen, weil ich kurz vor der Eröffnung stand. Ich hatte damals schon eine schwarze Katze und habe über 20 Jahre für einen französischen Konzern gearbeitet und so entstand das Logo mit der schwarzen Katze und dem Eifelturm. Bei einer Familie, die regelmäßig zu uns kommt, sagen die Kinder immer 'we go to the cat tower!'"
Robert Holl ist Inhaber des Maison Köstlich & Fein und arbeitet seit 2010 in Bad Soden.
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Lothar Johnen, Zeitgeschichte Lothar Johnen
Zeitgeschichte
„Es war 1965. Ich war dreizehn Jahre alt und mein Vater wollte, dass ich Uhrmacher werde. Ich hatte nichts dagegen und so begann ich meine Ausbildung in Aachen. Kurz nach meiner Meisterprüfung bin ich 1974 nach Bad Soden gekommen, wo ich für die Uhrenhandelsgesellschaft (Audemars Piguet, Omega, Tissot) gearbeitet habe. Im Mai 1984 habe ich mich mit meinem Gewerbe in der Brunnenstraße selbstständig gemacht, fünf Jahre später hier ein Haus gebaut und darin mein Uhrenfachgeschäft eröffnet. Über die Jahre hat sich unser Schwerpunkt auf Service und Reparaturen von hochwertigen Groß- und Kleinuhren verlagert. Dort haben wir uns bundesweit ein hervorragendes Renommé erarbeitet. Die Kunden kommen von weit her, um ihre Uhr bei uns reparieren zu lassen. Daneben bin ich öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger bei Gericht und muss zu teilweise kuriosen Fällen Stellung beziehen. Da kommt die Erfahrung eines halben Jahrhunderts zu Gute. Das, was mich an der Uhrmacherei bis heute fasziniert, ist die Freude an der Perfektion. Eine Quarzuhr mag genauer sein, aber eine mechanische Uhr ist ein technisches Meisterwerk. Ich kann mir keinen interessanteren Beruf vorstellen.“
Lothar Johnen ist Uhrmachermeister, Inhaber der L’Horlogerie und seit über fünfzig Jahren als Uhrmacher tätig. Neben Chronometern hat er schon immer eine Leidenschaft für Pferde gehabt. Ein Grund, warum er damals dem Drängen seines Vaters so gerne entsprach, war die Tatsache, dass sein Lehrmeister einen Reitstall mit über zwanzig Pferden besaß.
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Dr. Carl Ginsburg, Moving Bodies Dr. Carl Ginsburg
Moving Bodies
“It was a long trip to finally get to Bad Soden. I was born in New York City in 1936. My parents were New Yorkers but my grandparents came from Belarus and Ukraine. After my education I became a professor of chemistry, but a bad back sent me to find a way out. After many discoveries trying many cures, I landed at a program called the Feldenkrais Method. It opened my vistas to travel to other countries around the world as a practitioner and teacher. One in particular was Deutschland where I found my love. And second I found the Hundertwasserhaus where we settled in Bad Soden."
Dr. Carl Ginsburg is a certified trainer of the Feldenkrais Method and devoted to sensory and kinesthetic awareness as a vehicle for self-growth and life enhancing improvement.
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Simone Fay, Blumenfee Simone Fay
Blumenfee
“Außer für Hochzeiten, kaufen gerne die Herren Blütenblätter, wenn sie es zuhause einmal romantisch herrichten wollen. Dadurch dass wir in einer Dorf-Stadt leben, kennt man die meisten Kunden persönlich, so dass manche Männer zu mir einfach sagen “Sie kennen ja meine Frau, machen Sie mal!” Und es kommt vor, dass mir zuvor die Frau Bescheid gibt und mich dezent auf ihre aktuelle Lieblingsfarbe hinweist. Sehr praktisch für alle Seiten.”
Simone Fay ist Inhaberin der Blumengalerie am Brunnen und lebt seit über 20 Jahren in Bad Soden. Außer Blumen Coaching für Männer, bietet sie auch Giess-Services inklusive Meerschweinchenfütterung an.
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Silja Niederreiter, Hochkarätig Silja Niederreiter
Hochkarätig
"Schon als Kind liebte ich alles, was glitzerte und sägte mit der Laubsäge Lesezeichen aus Holz aus. Als Jugendliche habe ich Schmuck aus Türkisen und Perlen gebastelt und dann ein Schulpraktikum bei einem Goldschmied gemacht. Nach den drei Wochen war klar, was ich später sein wollte."
Silja Niederreiter ist Goldschmiedemeisterin und lebt seit 1986 in Bad Soden.
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Menghin Wong Tse, Meisterin mit Nadel und Faden Menghin Wong Tse
Meisterin mit Nadel und Faden
"1985 habe ich meinen Mann in Macau kennengelernt - aber nicht im Casino! Er wohnte damals schon in Deutschland, hatte Urlaub und besuchte seine Familie. Nach Ende meiner dreijährigen Ausbildung als Schneiderin am 'Escola de Corte e Costura' in Macau bin ich ihm dann gefolgt, wir haben in Frankfurt geheiratet, zwei Kinder bekommen und ich habe mich als Schneiderin in Bad Soden selbständig gemacht."
Menghin Wong Tse, bekannt als "Wong", ist die stets lächelnde Schneiderin im Änderungsschneiderei Atelier und lebt seit 1996 in Bad Soden.
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Jörg Gruber-Peter, Espresso yourself Jörg Gruber-Peter
Espresso yourself
"Kaffee ist nach Erdöl das wichtigste Handelsprodukt der Welt. Und dabei ist Kaffee bis heute gar nicht vollständig erforscht. Es gibt immer neue Erkenntnisse darüber, was beim Röstvorgang eigentlich passiert, da bewegt sich noch ganz viel. Auch deswegen ist Kaffee ein so spannendes Produkt für mich."
Jörg Gruber-Peter ist Inhaber des Genuss Kontors und lebt (mit kleinen Unterbrechungen) seit 1963 in Bad Soden.
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Maryke Bodewein, When Maßkrug meets Bembel Maryke Bodewein
When Maßkrug meets Bembel
“Worauf ich stolz bin? Dass ich es geschafft habe, meinen Sohn neben der Tätigkeit in der Gastronomie großzuziehen, was ja nicht so einfach ist und dass wir ihm einen guten Weg bereitet haben. Teilweise bin ich damals um 4h morgens raus aus dem Restaurant, um halb sieben wieder aufgestanden, Frühstück gemacht und zum Kindergarten gelaufen. Dann wurde Mittagessen gekocht, Wäsche gemacht, aufgeräumt und ab 16h war ich wieder im Restaurant. Ich bin sehr glücklich darüber, dass er vor zwei Jahren sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, das war auch ein großes Geschenk an mich. Dafür möchte ich jung bleiben und mein Kind noch sehr lange erleben. Mein Sohn heißt übrigens Maximilian, so wie unser Restaurant. Er war der Namensgeber.”
Maryke Bodewein ist die Inhaberin des Maximilian’s und lebt seit 1985 in Bad Soden.
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Horst Vatter, Problemlöser Horst Vatter
Problemlöser
"Ob ich heute nochmal einen Verlag gründen würde? Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wäre es wahrscheinlich wirtschaftlich nicht ganz einfach. Aber 1971 war ich der Meinung, dass die Zeit reif sei für Anzeigenzeitungen. Auf 60 Seiten habe ich das Konzept meinem Verlag präsentiert aber die Geschäftsleitung hat abgelehnt. Ich hingegen war mir damals zu 100% sicher, dass es klappen würde. Und dann habe ich es eben mit meinen Partnern Goetz und Maiworm selbst in die Hand genommen. Durch Immobiliengeschäfte auf Lanzarote hatte ich gut verdient und das war dann mein Startkapital für den Anzeigenblattverlag unter der Marke 'Blitz-Tip'. Nach einigen Jahren waren wir mit einer Auflage von 1,1 Millionen das größte Anzeigenblatt Deutschlands. Meine größte Mitbewerberin auf Lanzarote war übrigens die norwegische Schlagersängerin Wencke Myhre!"
Horst Vatter war bis 2002 Gründer, Geschäftsführer und Verleger der Titel Blitz-Tip und Äppler und seit 1997 lebt in Bad Soden. Er arbeitet heute als Berater in der Medienbranche.
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Helga Röhrenbach, Mona Lisas Lächeln Helga Röhrenbach
Mona Lisas Lächeln
“Wir haben damals nach dem Krieg 30 Mark zu dritt zum Leben gehabt für den Monat. Da hat meine Mutter wieder angefangen, auf Pappdeckel mit Wasserfarben kleine Bildchen zu malen. Und die haben dann so einen Erfolg gehabt, dass die Bauern in dem kleinen Ort fast Schlange gestanden haben, um sich ein Bild malen zu lassen. Dadurch haben wir uns dann mal ein halbes Pfund Butter oder ein Kilo Mehl besorgen können. Und damit haben wir praktisch überlebt, jahrelang.”
Helga Röhrenbach ist Malerin und lebt seit 2002 in Bad Soden.